Endlich: ILO darf diesjährige Baumwollernte in Usbekistan beobachten

Bild: © n.v. -

Im Herbst beginnt in Usbekistan die alljährliche Baumwollernte. Wie wir bereits in vorherigen Artikeln berichtet haben, ist die Menschenrechtslage in dem Land zu dieser Zeit des Jahres sehr kritisch. Die usbekische Regierung zwingt ihre Bevölkerung zu Zwangs- sowie auch Kinderarbeit mit fürchterlichen Arbeitsbedingungen. Die Schulen werden zu dieser Zeit geschlossen und die Lehrer und Kinder auf die Felder geschickt, damit sie „das weiße Gold“ pflücken können. Bei einer Verweigerung des Dienstes fürchten Erwachsene und Kinder Jobkündigungen, Schulrauswürfe und den Vorbehalt von staatlich festgelegten Hilfsleistungen. Obendrein herrschen sehr gefährliche Arbeitsbedingungen. Der usbekische Service berichtete in Übereinstimmung mit Human Rights Aktivisten von einer Universitäts-Studentin, die am 09. September durch einen Stromschlag verletzt worden sei. Berichten zufolge, werden die Schüler gezwungen, Papiere zu unterzeichnen, die ein freiwilliges Arbeitsverhältnis und dazugehörige zu beachtende Sicherheitsregeln beinhalten. Somit windet der Staat sich aus der Verantwortung für die Sicherheit der Schüler. Jedes Jahr sterben rund ein Dutzend Schüler oder Studenten bei der Baumwollernte.

Trotz der internationalen Anschuldigungen der Kinder- und Zwangsarbeit gilt Usbekistan als einer der weltweit größten Baumwollexporteure.1) Der Staat ist der sechstgrößte Baumwollproduzent und der zweitgrößte Baumwollexporteur auf der gesamten Welt. Den Gewinn der diesjährigen Baumwollernte schätzt man auf 3,35 Millionen Tonnen.2)

Obgleich die Regierung die Ausbeutung von Kindern und Erwachsenen leugnet, ließ sie die letzten Jahre keinerlei Kontrollen von Menschenrechtsorganisation während der Erntezeit zu.3) Dieses Jahr jedoch lässt sich ein Erfolg der Organisationen vermerken: die usbekische Regierung erlaubt der „International Labour Organization“ (ILO) während der Erntezeit Beobachtungs- und Untersuchungsteams in das Land zu senden. Diese sollen mit den dort lebenden Menschen sprechen und Berichte über die Arbeitsbedingungen verfassen. Das maßgebliche Ziel dieses Einsatzes soll die Unterbindung von Kinderarbeit sein.

Unvorteilhaft ist hierbei, dass die usbekische Regierung darauf besteht, die ILO-Teams von offiziellen Beamten begleiten zu lassen. Die Anwesenheit von Regierungspersonen könnte die Redebereitschaft und die Ehrlichkeit der Arbeiter drastisch einschränken. Trotz allem will sich die ILO mit allen Mitteln bemühen, die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu dokumentieren.2)

Die acht Kontrollteams werden in den nächsten Tagen zu ihren Einsatzorten gebracht und voraussichtlich bis zum Ende der Ernte dort verweilen. Die gewonnenen Beobachtungen und Erkenntnisse sollen anschließend an den ILO-Rat gesandt werden, der diese dann von einem Expertenteam analysieren lassen wird.4)

  1. Radio Free Europe Radio Liberty: „White Gold“ And Central’s Asia Harvest Of Repression – aufgerufen am 18.09.13 []
  2. Human Rights Watch: Statement from the Cotton Campaign on the Start of the Cotton Harvest in Uzbekistan – aufgerufen am 18.09.13 [] []
  3. IPSnews: Uzbekistan to Allow Cotton Harvest Monitoring – aufgerufen am 18.09.13 []
  4. UZ: ILO observers to shortly start work in Uzbekistan – aufgerufen am 18.09.13 []

Über Franziska / earthlink

Nach 9 wundervollen Monaten bei earthlink, beende ich nun meinen Bundesfreiwilligendienst und werde noch in ein paar weitere soziale Bereiche hineinschnuppern, bis ich Oktober 2014 hoffentlich zu studieren beginne ;-)
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