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Sudan – Erste Schritte im Kampf gegen den Kinderhandel?

Laut der Online-Nachrichtenagentur Sudan Tribune arbeitet die sudanesische Regierung einen Gesetzesentwurf zum Verbot des „human trafficking“ aus. Demnach sollen Personen, die in den Handel mit Menschen involviert sind, mit bis zu zwanzig Jahren Haft bestraft werden.1)

Anlass hierzu scheint unter anderem der „Trafficking in Persons Report 2012“ des U.S. amerikanischen Außenministeriums gewesen zu sein. Dieser beschreibt den Sudan nämlich als Ursprungs-, Transit-, sowie Zielland für sex trafficking mit Männern, Frauen aber auch Kindern. Von Verschleppungen seien dem Bericht zufolge vor allem Frauen und Mädchen aus ländlichen Regionen betroffen. Sie werden in der Regel zu Arbeiten in Haushalten oder zur Prostitution gezwungen – sowohl innerhalb der sudanesischen Landesgrenzen als auch im Ausland. Seit einigen Jahren verzeichnen Städte wie Khartum, Nyala, und Port Sudan eine deutliche Zunahme der Kinderprostitution und -arbeit, die mit einer steigenden Zahl an obdachlosen Kindern einhergeht. Aber auch die Rekrutierung von Kindersoldaten durch bewaffnete Gruppierungen und staatliche Sicherheitskräfte sei ein wachsendes Problem. Der Bericht prangert zudem die Tatenlosigkeit der sudanesischen Regierung an. Diese komme nicht einmal den Mindestanforderungen zur Bekämpfung des Handels mit Menschen nach, sodass signifikante Fortschritte ausblieben. Aus diesem Grund seien die Regierungseliten schlussendlich dazu angehalten, schnellstmöglich – aber auch strategisch – gegen Menschenhändler vorzugehen, so der Bericht. Auch im Südsudan, der 2011 seine Unabhängigkeit vom Norden des Landes feierte, werden ähnliche Zustände durch das U.S. amerikanische Außenministerium geschildert.1)2)

Seit 2000 werden in Artikel 3 des Zusatzprotokolls „zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels“ der „UNO-Konvention gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität“ jene Tatbestände festgehalten, die unter das „human trafficking“ fallen. Bis dato haben 154 Staaten das besagte Zusatzprotokoll ratifiziert. Der Sudan sowie der Südsudan gehören nicht dazu.3)4)

Bis zum aktuellen Zeitpunkt ist noch unklar, ob und welche weiteren Schritte die sudanesische Regierung gegen den Menschenhandel einleiten wird. Sicher ist jedoch, dass reaktives Handeln nicht ausreichen wird, um Kinder, Frauen und Männer vor dieser Form der Ausbeutung zu schützen.

  1. Sudan will soon pass law to combat human trafficking: MP – Sudan Tribune – aufgerufen am 15.03.13 [] []
  2. Trafficking in Persons Report 2012 Country Narratives N-S – U.S. Department of State – aufgerufen am 15.03.13 []
  3. United Nations Convention against Transnationale Organized Crime and the Protocols Thereto – UNODC – aufgerufen am 15.03.13 []
  4. Ratifikationsstatus des Zusatzprotokolls zum MenschenhandelUN Treaty Collection – aufgerufen am 15.03.13 []

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