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Prostitution als Überlebensstrategie – das Leid der Mädchen im Osten Kongos

 |  Bild: © n.v.

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Einem Bericht des Inter Press Service zufolge hat sich die Lage der Kinderprostitution im Osten der Demokratischen Republik Kongo weiter verschlechtert.

In der Hauptstadt der Region North Kivu, Goma, sei die Lage besonders schlimm.

Mehr als 1,7 Millionen Menschen sind durch den weiterhin anhaltenden Konflikt in dieser Region zwischen der kongolesischen Armee und den sogenannten M23-Rebellen betroffen.1)

Die Konsequenzen dieser Auseinandersetzungen hat besonders die Bevölkerung in der Region North Kivu zu tragen, die von Zerstörung und vor allem Armut beherrscht wird. Viele Familien sind nicht mehr in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen.

Um ihr Überleben zu sichern, bleiben vielen Leuten kaum Optionen. Die, die Jobs finden, sind froh Geld zu verdienen, wenn auch meistens nicht viel.

Masika ist sechzehn Jahre alt, sie ist nach Goma gegangen, um Geld zu verdienen, um damit ihre Familie zu entlasten. Tagsüber arbeitet sie als Kellnerin in einer kleinen Bar, dabei verdient sie etwa 20 US Dollar im Monat. Weil das aber zum Leben für sie und ihre zweijährige Tochter nicht reicht, arbeitet sie zusätzlich nachts als Prostituierte. Eine Doppelbelastung, doch sie verdient als Prostituierte ca. 5 US Dollar pro Kunde!

So wie Masika geht es vielen weiteren Mädchen in Goma. Oft wird ihrerseits der Grund genannt, dass sich ihnen dort keine andere Alternative bietet.

Die in Goma ansässigen Bars und Freudenhäuser weisen alle Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung der Mädchen von sich.

Die örtliche Polizei teilt in einem Gespräch mit der Reporterin Passy Mubalama mit, dass es sehr schwer sei, diese Bordelle ausfindig zu machen. Vergangenes Jahr wurden von der Polizei acht Freudenhäuser überprüft und unter die Lupe genommen, fünf davon wurden daraufhin geschlossen.2)

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder zahlreiche Berichte über Kinderprostitution im Kongo. Im Jahr 2005 wurde beispielsweise öffentlich, dass eine dreizehnjährige Prostitutierte sogar UN-Soldaten als Kunden gehabt hat.3)

Im Allgemeinen sind sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen im Kongo nicht unüblich. Der Organisation „War Child“ zufolge werden insgesamt etwa 48 Frauen pro Tag im Kongo vergewaltigt.4)

  1. Humanitarian Action for ChildrenUNICEF – zuletzt abgerufen am 13.03.2013 []
  2. Child Sexual Exploitation on the Rise in North Kivu – IPS News – zuletzt abgerufen am 13.03.2013 []
  3. Sex and the UN: when peacemakers become predators – Stop Demand – zuletzt abgerufen am 13.03.2013 []
  4. Supporting vulnerable girls in Goma – War Child – zuletzt abgerufen am 13.03.2013 []

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