Programm gegen Kinderarbeit in Burkina Faso gestartet

Bild: © n.v. -

Etwa 17,2 Millionen Einwohner hat Burkina Faso, welches etwa so groß wie das Vereingte Königreich ist. Neuesten Angaben zufolge sind 45,7% der Bevölkerung hierbei maximal 14 Jahre alt.1) Man geht mittlerweile davon aus, dass wiederum fast 40% dieser Bevölkerungsgruppe arbeiten muss.

Deswegen startet die international tätige Organisation „Counterpart International“ nun ein neues Programm, welches erste Maßnahmen im Kampf gegen dortige ausbeuterische Kinderarbeit einleiten soll. Die Dauer des Programms ist zunächst auf vier Jahre festgesetzt, fünf Millionen US-Dollar sind als Budget veranschlagt. (( Counterpart, U.S. Labor Department to combat child labor in Burkina Faso – CSR Wire )) Dadurch sollen 10.000 Kinder, anstatt harte Arbeit zu leisten, in fördernde Bildungsprojekte integriert werden. Zudem soll 1.000 Haushalten eine alternative und sichere Existenzgrundlage gewährleistet werden. Hauptsächlich wird in den besonders betroffenen Gebieten Boucle du Mouhoun, Cascades und Hauts-Bassins operiert werden. Unterstützt wird die Initiative vom US-amerikanischen Außenministerium sowie der Nicht-Regierungs-Organisation Terre des Hommes.2)

Counterpart International wurde 1965 gegründet. Hauptsächliches Ziel ist die Gewährleistung von ausreichender Ernährung, Wirtschaftswachstum und effektiven und stabilen Regierungsstrukturen in Entwicklungsländern. Dies Ziel wurde seit der Gründung in mehr als 65 Ländern verfolgt.3) Momentan ist Counterpart in 23 Ländern aktiv.

Dazu zählt nun auch Burkina Faso. Das Land gilt als eines der ärmsten der Welt und rangiert im Human Development Index (deutsch: Index für menschliche Entwicklung) der Vereinten Nationen auf Platz 181 von 187. Viele Kinder müssen deshalb bis zu 18 Stunden täglich, 7 Tage die Woche arbeiten. Als besonders betroffen gilt die Baumwollbranche, da Burkina Faso Afrikas größter Baumwollproduzent ist. (( Counterpart, U.S. Labor Department to combat child labor in Burkina Faso – CSR Wire )) Andere sind in Goldminen beschäftigt, wo sie Steine klopfen oder Gold waschen. Mittlerweile boomt diese Branche so sehr, dass viele Kinder die Schule dafür abbrechen. Vorherige Regierungsprojekte, die dagegen angehen sollten, verpufften weitgehend wirkungslos.4)

Daher soll nun auch zusätzliche Basisarbeit geleistet werden. Der Fokus liegt hierbei auf einer effektiveren Überwachung und Beobachtung der Lage. Damit können Firmen genauere Informationen darüber erhalten, ob wirklich alle Schritte der Wertschöpfungskette ihres Produkts frei von Kinderarbeit sind. Ebenso soll das Projekt das Bewusstsein des Problems unter Betroffenen und Arbeitgebern erhöhen und weitere soziale Schutzmaßnahmen einleiten. Dazu gehört z.B. die psychologische Betreuung von ehemaligen Kinderarbeitern.5)

Um das Projekt so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, wird u.a. auch mit der Privatwirtschaft, der Regierung sowie Gewerkschaften aus der Baumwollbranche kooperiert.

  1. CIA World FactbookBurkina Faso – Central Intelligence Agency – Englisch []
  2. Reducing Child Labor through Education and Services in Burkina Faso – Counterpart International – Englisch []
  3. Counterpart International – About – Counterpart International – Englisch []
  4. Burkina Faso: Mine statt Schule – Aktiv gegen Kinderarbeit []
  5. Counterpart, U.S. Labor Department to combat child labor in Burkina FasoCSR Wire []
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