Das erste faire Smartphone kommt aus Amsterdam

Bild: © G.Hagedorn - Wikimedia Commons

Designer aus Amsterdam entwickeln ein faires Smartphone. Es soll 2013 auf den Markt kommen und mit dem Betriebssystem Android laufen. Das Fair-Trade Smartphone soll aber vor allem unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Es geht um Bürgerkrieg, Hungerlöhne, Kinderarbeit und Ressourcenverschwendung –  all diese Probleme sind in jedem einzelnen Handy enthalten, so Bas van Abel, Designchef der niederländischen Stiftung Waag Society. Er entwickelt ein Smartphone das all diese Probleme nicht mit sich bringt. In Amsterdam arbeiten insgesamt drei weitere Designer und Ingenieure an dem Fair-Trade-Handy.1)

Das Handy soll nachhaltig sein und sozial- und umweltverträglich hergestellt werden. Im dritten Quartal 2013 soll eine erste Version auf den Markt kommen. Unterstützung erhält das Projekt von dem deutschen Mobilfunkriesen Vodafone und dem niederländischem Telekommunikationskonzern KPN. Das Fairphone soll 250 bis 300 Euro kosten. Einen funktionierenden Prototyp gibt es leider noch nicht.

Bas van Abel muss jedoch die alltäglichen Probleme der Smartphone -Branche lösen und hat hierfür auch schon Pläne:

Das erste Problem, auf das van Abel stößt ist die mangelnde Transparenz der Herkunft von Rohstoffen. Laut einer Studie des Südwind-Instituts sind etwa bis zu 60 verschiedenen Stoffe in einem Handy. Das Kupfer kann aus Minen verschiedener Staaten kommen. Andere Metalle gibt es nur wenige. Deshalb richten sich die Entwickler des Fairphones auf die wenigen Alternativen die es momentan schon gibt: Sie wollen mit zertifizierten Zulieferern kooperieren, wie zum Beispiel FairGold. Die Initiative achtet auf die Herkunft und Arbeitsbedingungen beim Goldabbau. Die Niederländer setzen hierbei auf bestehende Mechanismen, denn weltweit entstehen immer mehr Ansätze zur Kontrolle der Rohstoff-Herkunft. Bei wie vielen der verwendeten Rohstoffe die FairPhone Macher die Herkunft aus einer Nicht-Krisenregion nachweisen können, ist noch unklar. Das Problem hierbei ist die Sicherheit der Informationen. Für kleine Initiativen, wie FairGold, ist die Recherche und der Überblick allerdings sehr schwer, einfacher wäre es, wenn die großen Unternehmen ihre Verarbeitungskette vereinfachen würden oder Sicherheitsmechanismen einführen.

Das weitere Problem sind die Arbeitsbedingungen unter denen Elektrogeräte gefertigt werden. Die Entwickler des Fair-Trade-Smartphones suchen hier nach Alternativen. Zurzeit werden nur Zulieferer ausgewählt, die einem bestimmten FairPhone-Standard entsprechen. Van Abel muss jedoch ebenfalls zugeben, dass man Kinderarbeit nicht völlig in der Produktionskette ausschließen könne, denn sie als kleines Start-up-Unternehmen haben sie keinen Einfluss auf die Zulieferer ihrer Zulieferer. Er sieht das Projekt als ersten Schritt zu einem längeren Prozess zu fair produzierten Elektrogeräten.

Als letztes Problem gibt es noch den Gebrauch und das Recycling. Die Macher wollen ein Gerät schaffen, bei dem auch einzelne Teile ausgetauscht werden können. Zudem sollen zwei SIM-Kartensteckplätze eingebaut werden, damit man sein Handy privat und beruflich nutzen kann.

Entwickler und Experten sehen das FairPhone als guten Anfang. KPN habe schon 5000 FairPhones angefragt und mit Vodafone und T-Mobile verhandle man noch.2)

  1. The Verge – Fairphone []
  2. Spiegel – Designer entwickeln Fair-Trade-Handy []

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