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Keine Grabsteine mehr aus Kinderhand in Neusäß

 |  Bild: © n.v.

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Die Stadt Neusäß will künftig stärker auf die Herkunft ihrer Grabsteine achten. 64 sind im Jahr 2011 aufgestellt worden, woher sie kommen und ob sie aus Kinderarbeit stammen, ist nicht bekannt. Die Stadt plant dabei keine Veränderung der Friedhofssatzung, sondern setzt auf die Mitarbeit der Steinmetze.

Angestoßen wurde dieser Beschluss vom Bündnis 90/Die Grünen. Sie forderten bereits Ende August 2012 eine Änderung der Friedhofssatzung und im öffentlichen Beschaffungswesen nur noch Produkte, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Rahmen der ILO-Konvention 182 hergestellt wurden. Das Bündnis 90/Die Grünen hatte in der letzten Sitzung des Kulturausschusses die Abänderung der Friedhofssatzung gefordert. Diese wurde jedoch von den Mitgliedern anderer Fraktionen abgelehnt. Man schreibe den Bürgern auch nicht vor, Fairtrade-Produkte zu kaufen, so Karin Zimmermann (CSU).1)

In der Verwaltung traf man auch nicht auf Zustimmung. Diese sagt, dass die Kontrolle dieser Bestimmung fast unmöglich sei. Die Verwaltung könne nicht feststellen woher ein Grabstein kommt oder wie aussagekräftig entsprechende Zertifikate wie Xertifiix oder WIN=WIN Fairstone seien. Dies sei ebenso wenig bei Grabsteinen möglich, die schon länger im Vorrat der Steinmetze oder bereits gebraucht sind. Deshalb einigte man sich schlussendlich auf einen Kompromiss: Die Verwaltung soll mit der Zusammenarbeit der Steinmetze eine Vereinbarung ausarbeiten. Darin sollen die Handwerker sich verpflichten, so gut wie möglich auf die Herkunft der Steine zu achten.2)

Fair gehandelte Grabsteine sind derzeit in einigen Gemeinden und Kommunen in der Region ein großes Thema. In Augsburg hat man sich auf ein freiwilliges Modell geeinigt, da auch hier die Problematik der Kontrollen als größtes Problem gesehen wird. Das Modell in Augsburg verlangt von den Steinmetzen, sich aktiv für die Kampagne der Stadt „Für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit“ einzusetzen. Zudem soll für die Kampagne bei allen Mitgliedsversammlungen geworben werden. Des Weiteren sollen Siegel wie beispielsweise Xertifix, WIN=WIN Fair Stone oder IGEP dafür sorgen, dass man sicherstellen kann, dass die Grabsteine nicht durch ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden.3)

In der Stadt Diedorf steht in der Friedhofssatzung bereits ein Passus gegen Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit, jedoch soll dieser möglicherweise wieder aus der Friedhofssatzung gestrichen werden.

Das nur acht Kilometer entfernte Gersthofen macht das in Neusäß geplante Modell bereits vor. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Gersthof, Bernhard Schinzel, erzählt, dass sie darauf vertrauen, dass die Steinmetze sensibel mit diesem Thema umgehen. Zudem erklärt Herr Schinzel, dass es sehr schwer ist einen Nachweis zu erbringen, ob die Steine wirklich aus Kinderarbeit stammen, denn es gebe schon viele vorgefertigte Steine, die aus anderen Ländern kommen und in Indien nur weiterverarbeitet werden. Man erfahre dann nur wo der Stein herstammt, aber nicht wo er weiterverarbeitet wurde.

  1. Augsburger Allgemeine -Keine Kinderarbeit Grabsteine sollen aus fairem Handel kommen []
  2. Grüne Neusäß – Anträge []
  3. Grüne Augsburg – Anträge []

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