Kampagne für saubere Kleidung: Neue Studie zur sozialen Nachhaltigkeit von Outdoor-Firmen

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Der Outdoormarkt boomt: Jedes Jahr geben EuropäerInnen ca. 10 Milliarden Euro für Outdoor-Ausrüstung aus1). Die Ausrüstung ist relativ teuer, doch unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen in den Produktionsländern?

Die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign), ein internationales Netzwerk, das sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Bekleidung einsetzt, untersuchte zum dritten Mal international tätige Outdoor-Firmen hinsichtlich sozialer Nachhaltigkeit. 25 Unternehmen, darunter Tatonka, Columbia, Meru, Patagonia und Jack Wolfskin, wurden zur Einhaltung von Sozialen Standards und Menschenrechten in ihren Zulieferbetrieben sowie zu den Strategien der Corporate Social Responsibility und sozialer Nachhaltigkeit befragt. Im Zentrum der Befragung standen Themen wie Verhaltenkodex und Kodexumsetzung sowie Transparenz und Monitoring. Der Kampagne für saubere Kleidung zufolge ist ein verbindlicher Verhaltenkodex für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben entscheidend2). Ein wirksamer Kodex soll alle Formen von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierung ausschließen und das Recht auf einen existenzsichernden Lohn, eine Arbeitswoche von maximal 48 Stunden und Organisationsfreiheit gewährleisten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Bedeutung von internationalen Arbeitsstandards und Menschenrechten bei der Arbeit innerhalb der Zulieferkette stärker ins Blickfeld des unternehmerischen Handels gerückt ist. Es gibt mehrere Unternehmen, die ihren Verhaltenkodex weiterentwickelt haben und durch einen unabhängigen Verifizierungsprozess sowie die damit verbundene Berichtspflicht die Herausforderung angenommen haben, die Transparenz und Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Die Mitgliedschaft in einer unabhängigen Überprüfungsinstanz ist ein wertvoller Schritt, um die Umsetzung des Verhaltenskodexes zu verbessern“, sagt Kirsten Clodius von der Christlichen Initiative Romero (CIR), deutscher Träger der Kampagne für Saubere Kleidung. „Denn die konstruktive Zusammenarbeit im Verifizierungsprozess bietet die größte Chance, Probleme bzw. Mängel festzustellen und positive Veränderungen in Gang zu setzen“3).

Doch trotz der positiven Tendenzen können noch viel zu viele Probleme bezüglich Menschenrechte bei der Arbeit festgestellt werden. Die zentrale Herausforderung bleibt die Zahlung des Existenzlohnes sowie die  Einführung der regulären Arbeitswoche von maximal 48 Stunden.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert, dass die Unternehmen sich einem Verhaltenskodex, der das Recht auf einen Existenzlohn verbindlich verankert, verpflichten,  Pilotprojekte für die effektive Umsetzung dieses Existenzlohnes starten und konkrete Umsetzungspläne (inklusive Zeit- und Zielvorgaben) veröffentlichen.

  1. Kampagne für saubere Kleidung für faire Produktionsbedingungen bei Outdoor-Herstellern []
  2. Kampagne für saubere Kleidung für faire Produktionsbedingungen bei Outdoor-Herstellern []
  3. Kampagne für saubere Kleidung Discover Fairness! Outdoor-Firmen und deren soziale Nachhaltigkeit []
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