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Tabakkonzerne profitieren von Kinderarbeit in Indonesien

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Weltweit werden mehr als 15 Milliarden Zigaretten jährlich geraucht. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass Tabak „das führende, nicht essbare Agrarprodukt“ ist1). Schätzungsweise 33 Millionen Menschen sind in der Tabakindustrie tätig2). Doch welche Arbeitsbedingungen haben sie?

Jum und Mita aus Indonesien kennen die Antwort auf diese Frage sehr gut, da sie selbst schon seit 6 Jahren im Tabakanbau arbeiten. In Schichten von bis zu 12 Stunden verrichten sie schwere körperliche Arbeit: Sie düngen den Tabak und sprühen giftige Pestizide, ohne Schutzkleidung zu tragen.  Zu ihrer Tätigkeit gehören auch das Überprüfen der Qualität der Blätter und die Tabakernte. Beide Mädchen sind nur 11 Jahre alt…

Indonesien ist eines der weinigen Länder, das die WHO-Tabakrahmenkonvention noch nicht unterzeichnet hat. Die Kritiker verbinden diese Tatsache damit, dass Großunternehmen Druck auf die Regierung ausüben3). Ca. 180.000 Tonnen Tabak werden jedes Jahr in Indonesien produziert, was etwa 6 Milliarden Steuereinnahmen (das ist fast ein Zehntel des Staatshaushalts) bringt und 10 Millionen Arbeitsplätze schafft4).  Doch die Löhne im Tabakanbau sind sehr niedrig, die Arbeitsbedingungen schwer und gefährlich. Und Kinderarbeit ist oft die einzige Möglichkeit für viele Familien über die Runden zu kommen.

Die Arbeit im Tabakanbau verhindert nicht nur den Schulbesuch der Kinder, sondern verursacht auch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit. Einerseits arbeiten die Kinder mit giftigen Pestiziden ohne Schutzkleidung, anderseits sind die Pflanzen selbst giftig. Die Kinder nehmen während der Arbeit täglich bis zu 54 Milligramm gelöstes Nikotin über die Haut auf. Das ist so viel, als rauchten sie 50 Zigaretten täglich5). Deshalb leiden viele Kinder an der sogenannten Grünen Tabakkrankheit: Sie haben Husten und Atembeschwerden und leiden an Übelkeit.

Die Bauern verkaufen die Tabakernte an Zwischenhändler, die sie später an Großkonzerne wie British American Tobacco weiterverkaufen. Der Vertreter von BAT behauptet dennoch, dass es keine Kinderarbeit im Tabakbau auf den Plantagen ihrer Lieferanten gäbe. Der  Zwischenhändler Arifin Peni meint jedoch, dass niemand kontrolliert, ob die Kinder auf Plantagen arbeiten oder nicht. „Sie interessieren sich nur für die Qualität der Blätter, nicht für die Kinder auf den Plantagen, – sagt er. „In Fabriken ist es schon anders, dort gibt es strikte Regulationen, aber hier achtet niemand darauf…“6).

  1. Kampagne Rauchzeichen Tabakanbau im Globalen Süden []
  2. Kampagne Rauchzeichen Tabakanbau im Globalen Süden []
  3. Aktiv Rauchfrei 21 rauchende Kinder in Indonesien []
  4. Mirror News Child tobacco pickers []
  5. Greenpeace rauchen zerstört die Welt []
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