Kenia: Arbeitnehmerorganisation KUSPAW stellt Strategie zur Bekämpfung von Kinderarbeit im Zuckerrohranbau vor

Bild: © n.v. -

Fast 3 Millionen Kinder arbeiten in Kenia, viele davon sind in der Landwirtschaft tätig1) . Die Kinder gelten als billige Arbeitskräfte, die für minimale Löhne ausgebeutet werden können. Sie arbeiten auf Bananen– und Kaffeeplantagen sowie auf Blumenfarmen. Auch im Zuckerrohranbau sind viele Kinder beschäftigt. Sie schneiden  Zuckerrohr mit scharfen Messern und entfernen die Blätter vom Strunk. Auch werden sie zum Pflanzen von Zuckerrohr eingesetzt. Diese Kinder arbeiten oft mehr als 12 Stunden pro Tag, 7 Tage pro Woche, bei glühender Hitze ohne Schutzkleidung und Zugang zu sauberem Wasser. Die Verletzungsgefahr bei dieser Arbeit ist sehr hoch: Viele Kinder bekommen tiefe Schnittwunden, nicht nur durch die Arbeit mit einem scharfen Messer, sondern auch durch den Kontakt mit den Blättern, die selbst messerscharf sind.

Die kenianischen Kinder und Erwachsenen sind sich einig, dass die Arbeit im Zuckerrohranbau sehr schwer und gefährlich ist. Doch für viele Kinder bietet diese Arbeit die einzige Möglichkeit zu überleben, da sie Waisen sind und sich um sich selbst und jüngere Geschwister kümmern müssen. Das ist das traurige Ergebnis der Aids-Epidemie: Nach Schätzungen der UN sind 1.3 Millionen Menschen in Kenia mit dem Virus infiziert2). Immer mehr Kinder werden so zu Aids-Waisen – gerade auf dem Land, wo es an Aufklärung mangelt. Auch wenn nur ein Elternteil erkrankt, müssen Kinder arbeiten, um Verdienstausfälle wettzumachen und die Kosten für Ärzte und Medikamente zu zahlen. Aber auch viele Kinder, deren Eltern gesund sind, sind auch im Zuckerrohranbau tätig, weil die Schulgebühren zu hoch sind und die Löhne der Eltern nicht ausreichen, um die Familie zu ernähren.

Jetzt möchte die kenianische Arbeitnehmerorganisation The Kenya Union of Sugarcane Planters and Allied Workers (KUSPAW) diese Situation ändern: Diese Woche hat sie einen Plan zur Beseitigung von Kinderarbeit im Zuckerrohranbau veröffentlicht. Nach der Meinung des Geschäftsführers Nobert Oloo sind für die endgültige Beseitigung der Kinderarbeit die enge Kooperation und Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern, Polizei, örtlichen Behörden, der nationalen Regierung und internationalen Organisationen wie der ILO sowie Sensibilisierungsarbeit nötig. Deshalb stehen – neben der Erhöhung der Zugänglichkeit und Qualität der Schulbildung und der Einführung von menschenwürdigen Löhnen – Maßnahmen wie öffentliche Kampagnen in Massenmedien und die Sensibilisierung von Lehrern, Arbeitern und Zwischenhändlern auf der Liste.3)

  1. 2012 Findings on the Worst Forms of Child Labor – United States Department of Labor – zuletzt aufgerufen am 16.09.15 []
  2. Zukunfsstiftung Entwicklungshilfe: Lebensperspektiven für Aids-Waisen – zuletzt aufgerufen am 16.09.15 []
  3. Business & Human Rights Resource Centre: Sugarcane workers plan to stop child-labour [Kenya] – zuletzt aufgerufen am 16.09.15 []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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