Foxconn steht erneut in der Kritik

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Bereits am 17. Oktober berichtete Aktiv gegen Kinderarbeit über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei dem hiesigen Apple-Zulieferer Foxconn. Nun sind neue Vorwürfe aufgekommen, dass sich die Arbeitsbedingungen noch mehr verschlechtert haben sollen. Die Zuspitzung der Arbeitsbedingungen soll an der großen Nachfrage des iPhone 5 liegen. Foxconn fällt immer wieder durch Negativschlagzeilen auf: Von niedrigen Löhnen über verpflichtende Überstunden bis hin zu Kinderarbeit ist die Rede. Kürzlich hatte das taiwanesische Unternehmen Letzteres sogar bestätigt.1)

Trotzdem hat die Fair Labor Association (FLA) in ihrem letzten Bericht über den Apple-Zulieferer bescheinigt, die Arbeitsbedingungen hätten sich verbessert. Dies kritisiert nun das Economic Policy Institute (EPI). Sie meinen, es sei blauäugig und unfundiert zu schreiben, dass die Bedingungen sich verbessert hätten. Die Untersuchung einer amerikanischen Non-Profit-Organisation hatte ergeben, dass immer noch Löhne zurückgehalten und Arbeiter zu Überstunden gezwungen werden. Erst kürzlich kam es zu einem Streik, als die Arbeiter auf freie Tage anlässlich eines chinesischen Nationalfeiertages verzichten sollten.

Die Kritik der EPI basiert auf dem Bericht der FLA, einer Organisation, die sich Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour (SACOM) nennt, und chinesischen Medienberichten.2)

Aus dem Bericht der Fair Labor Association, der im August veröffentlicht wurde, ist zu entnehmen, dass sie die Produktionsstätten von Foxconn lediglich im Juni und Juli besucht hatten. Die geschäftigste Zeit mit der Produktion des iPhone 5 hat danach erst begonnen. Falls die Bedingungen sich vorher tatsächlich verbessert haben sollten, sind sie mit Produktionsstart wieder schlechter geworden. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass sich die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert hatte und auch die Gesundheit der Mitarbeiter. Zudem wird als größte Hürde von Foxconn das Problem genannt, dass sie die Wochenstunden ihrer Mitarbeiter auf 60 Stück reduzieren müssen. Offiziell zugelassen sind 40 Wochenstunden plus neun Überstunden. SACOM kritisiert an dem Bericht der FLA, dass man das Problem der Überstunden nicht detailliert genug geprüft hätte und gibt an, dass Mitarbeiter teilweise bis zu 100 Überstunden im Monat machen müssen. Darüber hinaus würde Foxconn kaum Buch über die zusätzlichen Stunden seiner Mitarbeiter führen. Des Weiteren hatten Apple und Foxconn ihr Versprechen gebrochen, die Überstunden rückwirkend zu bezahlen.3)

Das iPhone ist ein zwiespältiges Produkt. Einerseits setzt es kulturelle und technologische Standards, andererseits steht es für die negativen Seiten der Globalisierung. Die JP Morgan Bank nimmt an, dass bis Ende des Jahres acht Millionen Exemplare des iPhone 5 verkauft werden. Über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn scheint sich jedoch niemand Gedanken zu machen.4)

  1. Netzwelt – iPhone 5 sorgt für schlechtere Arbeitsbedingungen []
  2. Cnet – Fair Labor Association too easy on Apple,Foxconn, study says []
  3. Spiegel – Foxconn kommt mit Produktion nicht hinter her []
  4. Der Westen – Apple und sein iPhone []

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