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Bergbaukonzerne profitieren ebenfalls von Kinderarbeit

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Hilfsorganisationen werfen internationalen Bergbaukonzernen vor, von Kinderarbeit zu profitieren. Vorsichtige Schätzungen belaufen sich auf 150.000 arbeitende Kinder im Kongo. Angeblich sollen Unternehmen Kupfer von Zwischenhändlern abkaufen, das unter unbeschreiblichen Zuständen von Kindern abgebaut wird. Der 17 Jahre alte Donji Thijka steht in einem gelblich schimmernden See und wäscht mit einem Sieb Sand und Steine. Die kupferhaltigen Brocken sortiert er aus. Der Junge erzählt, dass er jeden Tag fünf Stunden lang arbeite. Die Arbeit ist hart und er sagt, dass er nach der Arbeit oft Rückenschmerzen habe und die Haut an seinen Armen und Händen fast weiß, schuppig und entzündet sei.

Ein Mindestalter gibt es für die Arbeit im artisanalen Bergbau nicht. Als artisanalen Bergbau1) bezeichnet man den Bereich des Kleinbergbaus, bei dem bergmännische Tätigkeiten manuell erledigt werden. Diese Bergwerke sind oft rund um stillgelegte Minen entstanden. Die Menschen graben dort auf eigene Verantwortung. Sie fördern Kupfer, Kobalt, Diamanten, Coltan und Uran. In den Bergwerken arbeiten oft ganze Familien. Die Kleinkinder spielen im Dreck, Mütter stillen ihre Babys und wer alt genug ist, hilft mit. Jugendliche seilen sich in teilweise ungesicherte Schächte ab und transportieren säckeweise Sand und Steine über einen steilen Hang zum See hinunter. Donji Thijka erzählt, dass nach dem Waschen nicht mehr viel übrig bleibe. Jeder nehme seinen Anteil mit nach Hause und, wenn man genug zusammen habe, würde das Kupfer an einen Händler in der Stadt verkauft. Das Geld, das hieraus kommt, reicht gerade einmal zum Überleben. Deswegen müssen die Kinder in den meisten Familien mitarbeiten, so Alphonse Banza. Er arbeitet für die Nichtregierungsorganisation „Group One“, die sich gegen Kinderarbeit einsetzt.

Die Händler in den Städten profitieren davon, dass die Menschen schlecht organisiert und mittellos sind. Der Händler bestimmt den Preis, zu dem er das Kupfer abkauft. Er kennt die Preise auf dem Markt und kann das Kupfer so gewinnbringend verkaufen. Das Unternehmen und der Händler fahren natürlich große Gewinne ein, auf Kosten der Arbeiter. Demnach profitieren internationale Bergbaukonzerne indirekt von der Kinderarbeit.

Diesen Zustand prangern internationale Hilfsorganisationen an. Es hapert an der Umsetzung des Gesetzes. Dies muss auch die Bergbau- und gleichzeitige Familienministerin Therese Kapibwe zugeben. Laut dem Gesetz müssen sich die Bergbauunternehmen an das Arbeitsrecht halten und dürfen nach diesem keine Kinder anstellen. Ansonsten drohen Strafen und Schließung der Betriebe. Kinderarbeit ist jedoch, vor allem in den artisanalen Minen, sehr schwer zu kontrollieren.

Donji Thijka beendet nur eine Stunde vom Büro der Ministerin entfernt seinen Arbeitstag. Er weiß nicht, wie lange er noch in der Kupfermine arbeiten muss. Sein Wunsch ist es, genug Geld zu verdienen, um eine Schule zu besuchen und einen Abschluss zu erlangen. Danach möchte er Lehrer werden.2)3)

  1. Wikipedia- Kleinbergbau []
  2. DRadio- Eine Welt []
  3. DRadio – Abhängig vom Kupfer []

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