ILO startet Kampagne gegen Kinderarbeit in Haiti

Kind auf Haiti

Bild: © Feed My Starving Children (CC BY) -

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat in Haiti eine neue Kampagne gegen Kinderarbeit aufgenommen.1) Diese richtet sich speziell gegen die Ausbeutung von Kindern als sogenannte „Restavek“. Als Restavek werden in Haiti Kinder bezeichnet, die auf Vermittlung in fremden Haushalten arbeiten, zumeist unter ausbeuterischen Bedingungen und der Gefahr der Vergewaltigung.2) Sie müssen täglich bis zu 14 Stunden arbeiten. Diese moderne Art der Sklaverei hat neben psychischen auch sichtbare physische Auswirkungen: Im Schnitt sind 15-jährige Restavek vier Zentimerter kleiner und 20 Kilo leichter als der Durchschnitt der gleichaltrigen Kinder in Haiti.

Laut UNICEF leben in Haiti etwa 225.000 Kinder3) als Restavek, die Kindernothilfe schätzt die Zahl sogar auf 300.0004) . Bei etwa 75% der Restavek soll es sich um Mädchen handeln. Haiti hat die ILO-Konvention 138 und die ILO-Konvention 182 unterzeichnet. Letztere bezieht sich auf Verbot und Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, zu denen auch das Restavek-System gezählt wird. Trotz gesetzlicher Bestimmungen ist bislang keine Besserung eingetreten. Vielmehr hat das Erdbeben in Haiti im Jahre 2010 die Situation sogar noch verschärft.

  1. ILO, Englisch: „Slavery in a free land“, zuletzt abgerufen am 29.08.2012. []
  2. Vgl. unseren Blogeintrag: „Haiti: Die Restavèk Kinder“, zuletzt abgerufen am 29.08.2012. []
  3. UNICEF, Englisch: „UNICEF aids restavek victims of abuse and exploitation in Haiti”, zuletzt abgerufen am 29.08.2012. []
  4. Kindernothilfe: „Restavèk: rechtlos und ausgeliefert“, zuletzt abgerufen am 29.08.2012. []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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