Glitzer, Glamour und Geschmack aus Kinderheimen – schwere Vorwürfe gegen Swarovski, Darbo und Eglo

Bild: © n.v. -

Eine eiligst eingerichtete Kommission des Landes Tirol in Österreich geht Vorwürfen bezüglich ausbeuterischer Kinderarbeit in einer Landeserziehungsanstalt nach. In den 60er und 70er Jahren sollen das Kristallschmuckunternehmen Swarovski, der Marmeladenhersteller Darbo sowie die Lampenmanufaktur Eglo Kinder im Alter von 15 bis 18 Jahren angestellt haben. Die Betroffenen verrichteten Fließbandarbeiten, füllten Honig ab oder sortierten faule Äpfel aus.1) Niemand erhielt dafür jedoch einen angemessenen Lohn. Entweder blieben die Bezahlungen ganz aus oder die Kinder erhielten nur Minimalbeträge.

Die drei Konzerne haben inzwischen Nachforschungen angestellt. Die Vorwürfe seien dem Schmuckunternehmen neu, aber man übernehme die vollständige Verantwortung, so ein Sprecher für Swarovski.2) Darbo und Eglo haben bisher bestätigt, dass Kinder aus der örtlichen Erziehungsanstalt beschäftigt wurden. Beide beteuern jedoch, dass die gesetzlichen Löhne in vollem Umfang an das Heim überwiesen wurden. Davon kam jedoch nicht viel bei den Betroffenen an. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Anstalt an der Arbeit ihrer Kinder bereicherte! Sollte sich diese Annahme bestätigen, dann käme dies einer “kleinen Mafia” gleich, so Ludwig Obwieser, Gesellschafter von Eglo.3)

Das Land Tirol erklärt sich bereit, für etwaiges Leiden und Schäden aufzukommen. Die Unternehmen sind aufgerufen, an einer lückenlosen Aufklärung mitzuwirken. Rechte und Ansprüche der Opfer werden eingehend geprüft und alle Beteiligten wurden bereits kontaktiert.3)

  1. news.at – Kinderarbeit in Tirol – Auch Darbo betroffen []
  2. Die Presse.com – Kinderarbeit bei Swarovski, Darbo? Experten prüfen []
  3. s. tirol.orf – Arbeit von Heimkindern nicht nur für Swarovski [] []

Über oliver / Earthlink

ehem. Praktikant bei Earthlink, Student der UniBw München - Neubiberg, Staats- und Sozialwissenschaften (Internationales Recht und Politik), Leutnant zur See, Marineoffizier
Dieser Beitrag wurde unter Fall abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.