Ein Schritt in die richtige Richtung für Myanmar: Ethnische Gruppen verpflichten sich auf Kindersoldaten zu verzichten

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Zwei ethnische Gruppierungen in Myanmar haben sich durch die Unterzeichnung einer Erklärung dazu verpflichtet, in Zukunft auf die Rekrutierung von Kindersoldaten in ihre Armeen zu verzichten.

Myanmar, auch als Burma bekannt, lässt sich wohl am besten als Vielvölkerstaat beschreiben. Seit dessen Unabhängigkeit befinden sich die meisten ethnischen Gruppen und Minderheiten in einem nicht enden wollenden Konflikt. Die Wahl einer zivilen Regierung im Februar 2011, die eine seit 1962 andauernde Militärherrschaft beendete, ist als ein Schritt in Richtung Demokratisierung zu werten.

Trotz solcher Demokratisierungstendenzen, wie zum Beispiel durch die Aufhebung der Zensur, bleibt die Zukunft unsicher, denn noch immer kämpfen Regierungstruppen gegen aufständische Gruppen der zahlreichen ethnischen Minderheiten und auch die Kämpfe unter den vielen ethnischen Gruppierungen haben noch kein Ende gefunden. In ihren Armeen greifen sowohl die Minderheitengruppen, als auch die Regierungstruppen, die „Tatmadaw“ auf Kindersoldaten zurück. Myanmar hat weltweit die meisten Kindersoldaten, allein 70.000 Kinder sollen 2011 in der staatlichen Armee gedient haben1) . Und in dieser Zahl sind die Kindersoldaten aus den Rebellengruppen noch gar nicht mit eingerechnet. Geht man davon aus, dass nach offiziellen Schätzungen 250.000 – 300.000 Kinder auf der ganzen Welt als Kindersoldaten dienen, zeigt sich erst das Ausmaß der Lage.

Einen ersten Schritt haben nun sowohl die staatliche Armee, als auch die ethnischen Gruppierungen „Karenni National Progressive Party“ und „New Mon State Party“ gemacht. Bereits Ende Juni unterzeichnete die burmesische Regierung einen UN-Aktionsplan, der vorsieht, dass bis 2014 Kindersoldaten aus dem Militär verschwunden sind2) . Der Plan sieht vor, dass ab sofort alle Minderjährigen aus dem Militärdienst entlassen werden und in ihre Familien und Gemeinschaften wiedereingegliedert werden – das soll auch für die bewaffneten Truppen der ethnischen Gruppierungen gelten. Zwei dieser Gruppierungen, die „Karenni National Progressive Party“ und die „New Mon State Party“ haben nun eine Verpflichtungserklärung  mit der Schweizer Menschenrechtsorganisation „Geneva Call“ unterschrieben, in der sie ihren Verzicht auf die zukünftige Rekrutierung und Verwendung von Kindersoldaten erklären3). Beobachter erhoffen sich davon einen Impuls auch für andere Gruppierungen, die Rekrutierung von Kindern zu stoppen und die minderjährigen Soldaten aus dem Militärdienst zu entlassen. Vertreter der „Karen“, einer der größeren Gruppen bekundeten zwar Interesse am Prozess, zeigten sich aber gleichzeitig skeptisch hinsichtlich der Einhaltung des UN-Aktionsplans durch die Regierung.

  1. Zum Kämpfen gezwungen – Süddeutsche.de []
  2. Burma signs UN plan to Stop Child Soldier Recruitment – The Irrawaddy []
  3. Myanmar pledges action on child soldiers: UN – Daily Times Pakistan – Link nicht mehr abrufbar – 09.01.14 []
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1 Antwort zu Ein Schritt in die richtige Richtung für Myanmar: Ethnische Gruppen verpflichten sich auf Kindersoldaten zu verzichten

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