Verschenkt und produziert mit Liebe – der Fairtrade-Boom im Rosenhandel

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Allein in der Muttertagswoche geben die Deutschen rund 125 Mio. Euro für Schnittblumen aus. Das Blumengeschäft boomt seit Jahren und die Nachfrage kann schon lange nicht mehr mit Blumen aus dem eigenen Land gedeckt werden – ca 80% der in Deutschland verkauften Freilandrosen werden importiert, davon wiederum die Hälfte aus Kenia. Für die Kenianer stellt der Rosenanbau den zweitwichtigsten Wirtschaftszweig nach der Tourismus-Branche dar. Neben schockierenden Berichten über miserable Arbeitsbedingungen, dem der Blumenbewässerung geschuldeten Wassermangel und durch Pflanzenschutzmittel vergiftete Böden, erstreitet sich eine rosigere Sparte des Blumenhandels immer größere Marktanteile: die mit dem Fairtrade-Siegel versehenen fair gehandelten Produkte. Nach Kaffee stellen fair gehandelte Rosen mit 7% Marktanteil das derzeit in Deutschland zweitwichtigste fair gehandelte Produkt dar, während allein im letzten Jahr 12% mehr fair gehandelte Blumen als im Vorjahr verkauft wurden. Fairtrade-Produkte zeichnen sich aus durch die Verpflichtung der Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards, wie beispielsweise der Mindestlöhne, des Gesundheitsschutzes oder des biologischen Anbaus. Durch den Kauf von Fairtrade-Produkten wird den Arbeitern in Entwicklungsländern somit ein menschenwürdiges Dasein unter fairen Arbeitsbedingungen ermöglicht. Die Abnehmer von Fairtrade-Produkten zahlen stets feste Preise und bieten eine Abnahmegarantie, was die Gefahr des Preisdumpings ausschließt. Darüber hinaus erhalten die Produzenten 10% des Exportpreises zusätzlich als Entwicklungsprämie, über deren Verwendung ein von den Arbeitern der Farmen demokratisch gewählter Verwaltungsrat frei entscheiden kann. So fließt das Geld häufig in den Bau von Trinkwasseraufbereitungen, eine bessere medizinische Versorgung oder in Weiterbildungsmaßnahmen. Aus diesen Gründen bezeichnete der Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath Fairtrade-Produkte als „einen direkten Beitrag zur Armutsbekämpfung“.

 

Link zum Artikel der Financial Times Deutschland – nicht mehr aufrufbar 23.01.15

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Über Timo / earthlink

Praktikant bei EarthLink, Student (Philosophie und Politikwissenschaft)
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