Südwind-Studie zu weltweitem Kakaohandel

Junge beim Kakao - Trocknen

Junge beim Trocknen der Kakao-Ernte | Bild: © Bread for the World [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

In ihrer am 14. Mai veröffentlichten Studie untersucht das Südwind-Institut die Lieferantenkette im weltweiten Kakaohandel. Die Studie stellt die größten Akteure heraus und zeigt, wer an welcher Stelle profitiert. Die Erkenntnisse sind erneut erschreckend.

Während Kakaobauern früher unter besseren Bedingungen lebten als andere Bauern, die Früchte anbauten, hat sich die Situation mittlerweile verändert. Die sinkenden Weltmarktpreise führten zur Verschlechterung der Situation der Kakaobauern und viele der weltweit 5,5 Millionen Kakaobauern leben heute unter der Armutsgrenze. Der Erlös der Kakao-Verkäufe reicht in der Regel kaum aus, die Familien dauerhaft zu ernähren und auch Kinderarbeit ist im Kakao-Geschäft weit verbreitet. Südwind berichtet von Kindern aus Mali, Burkina Faso und der Elfenbeinküste, die unter sklavenähnlichen Bedingungen auf Kakaoplantagen zur Arbeit gezwungen werden.1)

Der Preis von Kakao bildet eigentlich nur einen kleinen Teil der Kosten für die Produktion von Schokolade. So enthält eine durchschnittliche Tafel Schokolade lediglich Kakao im Wert von rund sechs Cent. Südwind fordert von den deutschen Kakao- und Schokoladenproduzenten daher die Anhebung der Preise für Kakao, die leicht umzusetzen sei und kaum Preissteigerungen für die Kunden nach sich ziehen würde. Bei den derzeitigen Zertifizierungsansätzen liegt der Aufpreis für Schokolade aus nachhaltiger Produktion laut Südwind bei nur etwa einem Cent pro Tafel. Doch schon dieser kleine Betrag würde dazu beitragen, den Bauern und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.2)

Um die Verursacher der Missstände zu finden, wurde in der Südwind-Studie die Wertschöpfungskette der Schokolade untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass beim Anbau rund 5,5 Millionen nicht organisierte Kleinbauern den Markt dominieren, während es auf den weiteren Verarbeitungsstufen jeweils nur eine Hand voll multinationaler Unternehmen sind. Mitte Juni wird sich in Deutschland das Forum nachhaltiger Kakao gründen, mit dem Ziel, die Kakao- und Schokoladenproduzenten zur Vernunft zu bringen und den Anteil nachhaltig produzierten Kakaos in Schokolade zu steigern. Der Bundesverband der Süßwarenindustrie, Rewe, Mars und weitere Unternehmen machen mit. Es ist vielleicht der erste Schritt hin zu einer Verbesserung. Letztendlich werden aber alle Beteiligten der Wertschöpfungskette sowie die Regierungen der Anbauländer an einem Strang ziehen müssen, um die Situation der Kakaobauern nachhaltig zu verbessern.2)

  1. Schokolade und Kinderarbeit – Zeit Online []
  2. Vom Kakaobaum bis zum Konsumenten. Die Wertschöpfungskette von Schokolade – Südwind [] []

Über karen / earthlink

Bachelor of Arts in Amerikanistik und Wirtschaft. Praktikantin bei EarthLink e.V.
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