Indien: Kinderarbeit in staatlichem Molkereibetrieb

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| Bild: © n.v.

In Jaipur, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan, gelang es der Polizei zusammen mit Kinderrechtsaktivisten über ein halbes Dutzend Kinder aus einem staatlich betriebenen Molkereibetrieb zu befreien. In diesem Betrieb wurden die Kinder in 12-Stunden Schichten, darunter auch Nachtschichten, für einen Hungerlohn von täglich höchstens 100 Rupien, umgerechnet etwa 1,43 Euro, ausgebeutet.

Die Ermittler und Aktivisten stießen in diesem Betrieb auf schockierende Zustände. So wurde den Kindern unter 15 Jahren Aufgaben wie das Wechseln von Teilen in gefährlichen Maschinen zur Milchverpackung oder das Verladen von schweren Lieferungen ohne Sicherheitsvorkehrungen aufgetragen. Zusätzlich zu den unmenschlichen Arbeitsbedingungen berichteten die Kinder im Alter zwischen elf und 14 Jahren davon, dass ihnen selbst Essenspausen während ihrer langen 12-stündigen Schichten verweigert wurden.

Wie sich herausstellte arbeiteten in etwa 90 Kinder zu jeder Schicht im Betrieb. Polizeiangaben zufolge können zwei Lieferanten dafür verantwortlich gemacht werden, Kinder an den entsprechenden Betrieb auszuliefern. Die Kinder sollen außerhalb ihrer Arbeitsschichten in einer Behausung der Firma untergebracht worden sein. Zu den Arbeitsschichten sollen diese dann täglich zur Vertuschung der Kinderarbeit in abgedunkelten Fahrzeugen mit einer Hecktür in den Betrieb gebracht worden sein.

Obwohl die Betriebsleitung daraufhin den stellvertretenden Geschäftsführer entließ, blieb die Frage, warum keinem der Vorgesetzten der Einsatz von Kinderarbeit innerhalb des Betriebes auffiel oder nicht auffallen wollte, unbeantwortet. Angeblich soll die Firmenleitung zumindest eine Untersuchung der Vorfälle angeordnet haben Verhaftungen blieben bis jetzt ebenfalls aus, die Polizei versichert jedoch, den Vorfall und die Betriebsdetails zu prüfen.

 

Link zum Artikel der Daily Mail (auf Englisch)

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