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ILO-Studie: Hohe Kinderarbeitsquote in Kenias Landwirtschaft

Kenia |  Bild: © n.v.Kenia

| Bild: © n.v.

Die kenianische Wirtschaft ist nach wie vor in hohem Maße von der Landwirtschaft abhängig. Doch laut einer jüngst veröffentlichten Studie der „International Labour Organisation“ (ILO) kommt es gerade in diesem Sektor zu den meisten Fällen von Kinderarbeit. Gemäß der Untersuchungsergebnisse zeichnet der landwirtschaftliche Sektor für über 60% der nationalen Kinderarbeit verantwortlich. Hierbei sind es insbesondere die landwirtschaftlichen Farmen, welche überdurchschnittlich häufig auf Kinderarbeit zurückgreifen.

Obwohl ILO-Vorgaben Kinderarbeit untersagen, zeigt sich, dass viele der afrikanischen Staaten, darunter auch Kenia, diese schlichtweg ignorieren. So gelten die Kinder den landwirtschaftlichen Betrieben als billige Arbeitskräfte, welche für einen minimalen Lohn ausgebeutet werden. Die Arbeitsbedingungen dieser Minderjährigen können hierbei zumeist als katastrophal angesehen werden. Diesbezüglich deckte die Studie auf, dass die Kinder zumeist ohne Essenspausen, illegal mehr als acht Stunden auf den Farmen beziehungsweise über 12 Stunden täglich im Fischfang arbeiten müssen. Währenddessen sind die jungen Arbeiter häufig schlechten Wetterbedingungen ausgesetzt, welche deren Gesundheit zusätzlich Schaden zufügen.

Besonders in der Region Rift Valley kommt es vorzugsweise auf den Blumen- und Teeplantagen zu überaus vielen Fällen von Kinderarbeit, wohingegen Kinderarbeiter in der Region Nyanza hauptsächlich in der Fischfang-Industrie eingesetzt werden. Ein Kinderarbeitsexperte weist darauf hin, dass insbesondere die hohe nationale Armutsrate sowie in Teilen ebenfalls die Missachtung der Gesetze gegen Kinderarbeit als Ursachen für das Problem ausgemacht werden können. Viele Kinder seien demnach einzig aus Gründen der Sicherung der eigenen Lebensgrundlage zur harten Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen.

 

Artikel der Africa Science News (auf Englisch) – Link nicht mehr abrufbar. Stand: 16.09.15

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