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Spanien: Nonnen und Ärzte handelten mit Babys

 |  Bild: © My JayKay - MorgueFile

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Bis in die 80er Jahre hinein handelte María Gómez Valbuena, spanische Nonne, zusammen mit Geburtshelfern in Madrid mit Neugeborenen alleinstehender Frauen. Das Geschäft funktionierte hervorragend aufgrund des gesellschaftlich-religiösen Wertesystems: die Präsenz der katholischen Kirche, Familien, die „gefallene“ Töchter verstießen, illegale Schwangerschaftsabbrüche und der daraus resultierende Wunsch nach Unterstützung bei den Not leidenden Betroffenen. Diese Unterstützung boten Nonnen mittels Zeitungsannoncen an; bei einem Erstgespräch mit den ausweglosen Frauen wurde die Unterbringung der Neugeborenen in einem Kinderheim versprochen. Wirklich perfide war jedoch das, was daraufhin geschah: Direkt nach der Geburt wurden die Babys ihren Müttern weggenommen mit dem Argument, sie seien gestorben, um daraufhin im Nebenzimmer für hohe Summen den Käuferinnen übergeben zu werden. Bis zu 300.000 Babys sollen während der Franco-Ära und bis in Zeiten der neuen Demokratie hinein geraubt worden sein. Die „Plattform geraubter Kinder“, eine Initiative, die durch ehemalige verkaufte Kinder und zweifelnde Mütter ins Leben gerufen worden war, forderte mit 90.000 Unterschriften eine offizielle Untersuchungskommission. Die grausame Praxis des Babyhandels erinnert an Argentiniens gestohlene Kinder, wenn auch vor anderem Hintergrund: Neugeborene von Müttern, die während der Militärdiktatur in Folterlagern ermordet wurden, wurden kinderlosen Offizieren übergeben – in großem Stil.

Link zum Artikel taz online (Kinderhandel in Spanien)

Link zum Artikel spiegel online („Die geraubten Kinder von La Cacha“)

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