Senegal: Kinder weiterhin zum Betteln gezwungen

Bild: © n.v. -

Die Wahlen lassen Raum für ein wenig Hoffnung.

Hoffnung auf einen Neubeginn, auf die Abkehr von Wade, dem so korrupten und fast schon autokratisch regierenden, ehemaligen Präsidenten des Senegals.

Ein Neubeginn bietet allerdings auch die Chance, auf die Lage der Kinder im Senegal aufmerksam zu machen: denn nach wie vor hat sich die Situation im Bezug auf die Zwangsbettelei nicht merklich verändert. Wie wir bereits berichteten, werden die Kinder von ihren Eltern zur religiösen Bildung auf Koranschulen, so genannte Daara geschickt, wo sie fortan der Kontrolle eines Marabout, einer Art Vormund und Lehrer ausgesetzt sind. Neben Marabouts, welche die Aufgabe erfüllen, ihren Schützlingen den Koran näher zu bringen, gibt es allerdings auch einige „schwarze Schafe“. Diese schicken die Kinder im Alter von 5-14 Jahren für bis zu acht Stunden auf die Straße, wo sie gezwungen sind, einen bestimmten Betrag zu erbetteln. Wenn sie diese Quote nicht erfüllen, werden sie geschlagen, gefesselt oder angekettet alleine gelassen.

 

Nach Einschätzung von Human Rights Watch sind im Senegal bis zu 50.000 Kinder von einer derartigen Ausbeutung betroffen.

 

Die Regierung war bisher eher passiv im Kampf gegen die Zwangsbettelei. Den ausbeuterischen Marabouts droht im schlimmsten Fall eine geringe Haftstrafe, so beispielsweise im Jahr 2010, als sieben Koranlehrer zu einer nur geringen Strafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt wurden.

Die Plateforme pour la protection et la promotion des droits humains (PPDH), ein Zusammenschluss aus 50 mehrheitlich senegalesischen Hilfsorganisationen, fordert mit dem eingetretenen Machtwechsel der Regierung die Einführung eines neuen Gesetzes, wodurch Kinder besser vor Gewalt geschützt werden sollen. Dies soll bei der kommenden ILO-Konferenz thematisiert werden. Geplant ist, den jetzigen Präsidenten Sall anzuregen einen Plan auszuarbeiten, um gezielt gegen die Zwangsbettelei vorgehen zu können.

 

Quelle:

Link zum Bericht von Human Rights Watch

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