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„Blutmineralien“ aus dem Kongo: Internationale Bemühungen und die Macht des Verbrauchers

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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Seit Jahrzehnten werden im Kongo Mineralien abgebaut. Bodenschätze wie Kupfer, Gold, Coltan und Kassiterit machen davon den Großteil aus. Neben den knapp hundert registrierten Minen gibt es zahlreiche illegale Abbaustandorte, die von Milizen, wie beispielsweise der radikalen Hutu-Miliz FDLR und anderen bewaffneten Gruppen kontrolliert werden. Über dieses Thema informierte EarthLink bereits in der Radiosendung „Erzabbau und Kindersoldaten – Was hat mein Handy mit dem Kongo zu tun?“.1) Durch diesen Abbau werden jährlich ca. 150 Millionen Dollar (nach Schätzungen der Vereinten Nationen) erwirtschaftet. Dieses Geld, das bei diesem illegalen Abbau eingenommen wird, finanziert die bis heute andauernde Krisensituation und die blutigen Auseinandersetzungen im Kongo, die viele Opfer und eine Instabilität der politischen und gesellschaftlichen Ordnung verursacht. Unter menschenverachtenden Umständen wird in diesen Minen u.a. auch von Kindern das Mineral geschürft.

Brisant ist dazu die Tatsache, dass dort abgebaute Mineralien ihren Weg bis in unseren Alltag finden. Zur Herstellung elektronischer Geräte, wie Handys, Computer und Bildschirme wird das aus Coltan synthetisierte Tantal benötigt. Wie der Dokumentarfilmer und Journalist Frank Piasecki Poulsen in seinem Film „Blood in the Mobile“2) zeigte, konnten Konzerne wie der Mobilfunkhersteller Nokia nicht ausschließen, dass in ihrer Produktion illegal geschürfte Erze aus dem Kongo Verwendung finden.3) Andere Unternehmen, wie das schweizerische Glencore oder die ehemalige Bayer-Tochtergesellschaft H.C. Stark  werden beschuldigt, auch mit diesen Erzen zu handeln. Glencore ist zusätzlich zu 75% Teilhaber der größten kongolesischen Minengesellschaft Katanga Mining Limited.
Problematisch ist auch die gesetzliche Lage. Innerhalb des Kongo kam es 2010 zu einem Gesetz, das den Bergbau komplett stoppte. Diese Maßnahme traf allerdings nicht die Milizen, die die Vorgabe schlicht missachteten, sondern die Zivilbevölkerung, die oft auf eigene Faust geschürft hatte. Im März des folgenden Jahres wurde das Gesetz aufgehoben. Internationale Gesetze sind noch unwirksam, bzw. nicht vorhanden. Das 2011 von den USA erlassene sog. Frank-Dodd-Gesetz, verpflichtet börsennotierte Konzerne u.a. dazu, einen Nachweis über die Herkunft der verwendeten Rohstoffe zu erbringen. Ein System zur internationalen Nachweisbarkeit von Rohstoffen ist nach wie vor nicht vorhanden.4) Allerdings ist so ein Gesetz, bzw. Richtlinie ist laut Frank Piasecki Poulsen notwendig, will man die miserable Situation in den kongolesischen Minen bekämpfen. Der Druck der Verbraucher auf die Hersteller ist ebenso wichtig. Besteht der Konsument auf ein konfliktfreies Produkt, so könnten Konzerne dazu gezwungen werden ihre Rohstoffwege und Herstellungsprozesse zu überprüfen.5)

  1. Link zum Artikel von EarthLink „Radiosendung“ []
  2. Link zum Trailer auf Youtube []
  3. Link zum Artikel von EarthLink „Dokumentation“ []
  4. Link zum Artikel von EarthLink „Kritischer Rohstoff“ []
  5. Link zum Artikel von WELT ONLINE []

Ein Gedanke zu „„Blutmineralien“ aus dem Kongo: Internationale Bemühungen und die Macht des Verbrauchers“

  1. Pingback: Mineralienhändler Glencore in der Kritik | Aktiv gegen Kinderarbeit

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