Die bettelnden Kinder der Sinti und Roma

Bild: © n.v. -

Deutschland und vor allem die Schweiz werden seit geraumer Zeit zunehmend mit dem Problem der organisierten Bettelei konfrontiert.

Die Banden verschleppen zuhauf Kinder, die größtenteils aus Roma-Familien in Bulgarien oder Rumänien stammen. Sobald sie von den Menschenhändlern in die Schweiz oder nach Deutschland gebracht worden sind, werden sie im Stehlen und Betteln trainiert. Wenn sie am Ende des Tages dann nichts oder zu wenig eingebracht haben, werden sie geschlagen oder erhalten nichts zu essen.

Problematisch erweist sich besonders, dass die Kinder und Jugendlichen bei uns nicht gemeldet sind und deshalb gegen sie auch keine Strafe verhängt werden kann. Zudem ist der Großteil von ihnen minderjährig. Ihren Eltern in der Heimat wurden sie von den Schleppern zuvor entweder abgekauft oder gegen einen bestimmten Geldbetrag „ausgeliehen“.

Die Banden sind meist gut vernetzt: mit Mobiltelefonen und Stadtplänen, auf denen Plätze markiert sind, die sich am besten zum Betteln eignen. Die jungen Bettler werden dabei auf Schritt und Tritt überwacht. Sobald der Geldbecher halb voll ist, kommen so genannte Läufer, die ihn anschließend wieder leeren, das Geld mitnehmen und die Münzen in Scheine umwandeln. Das Geld fließt hauptsächlich in die Taschen der Schlepperbanden.

Doch der Staat ist dagegen nicht ganz machtlos: So konnte die Stadt Bern in den letzten Monaten einen starken Rückgang bettelnder Kinder verzeichnen. Das kann hauptsächlich auf ein laufendes Projekt zurückgeführt werden: Agora1). Es zielt darauf ab, Schweizer- sowie ausländische Behörden für die Problematik zu sensibilisieren und internationale Zusammenarbeit zukünftig zu erleichtern.

Zudem bringt die Stadt Bern Kinder, die beim Betteln erwischt werden, zeitweise in Heimen unter, um sie der Kontrolle der Schlepperbanden zu entziehen und in der Zwischenzeit Angehörige in den Herkunftsländern zu kontaktieren. Ein schwieriges Unterfangen, da zumeist weder die Kinder, noch deren Angehörige gemeldet sind. Wenn kein Vormund ausfindig gemacht werden kann, werden die Kinder bei Pflegefamilien in ihren Herkunftsländern untergebracht.

 

Quellen:

Link zum Artikel von swissinfo.ch (englisch)

Link zum Artikel von Der Bund, 27.03.12

Link zum Artikel von Der Bund, 22.03.12

  1. Agora-Projekt, Schweizerischer Städteverband []
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.