China: 77 Kinder aus Händlerring befreit

Bild: © ali110 - morgue file

Bei einer Razzia am vergangenen Mittwoch kam es nach Angaben chinesischer Behörden zur Auflösung von vier Kinderhändlerringen, wobei 77 Kinder befreit und 310 Verdächtige festgenommen werden konnten.

An der Operation waren mehr als 7000 Ermittler aus 14 chinesischen Provinzen beteiligt, die den Machenschaften offenbar bereits im Oktober vergangenen Jahres auf die Spur gekommen waren und sich in dieser Woche dazu entschlossen, einzugreifen.

Die Kinder waren ihren Eltern zuvor aus verschiedenen Provinzen (Yunnan, Guangxi, Shanxi) abgekauft worden, mit der Absicht, sie an Käufer in der nord-östlichen Provinz Schandong zu vermitteln.

Kinderhandel stellt in China ein ernstzunehmendes Problem dar: Kinder werden aus ihrem Heimatort verschleppt, oder ihren Eltern für einen geringen Betrag abgekauft und an Interessenten in ganz China verkauft. Bei den Interessenten handelt es sich oftmals um Paare, die selbst keine Kinder bekommen können, oder denen es der komplizierte Adoptionsprozess nicht möglich macht, ein Kind zu adoptieren, und für die der „Kinderkauf“ die letzte Möglichkeit darstellt, sich den Kinderwunsch zu erfüllen.

Auf diesem Weg kam es im Jahr 2011 zu mehr als 8000 Verschleppungen von Säuglingen und Kleinkindern vornehmlich aus Provinzen im Osten Chinas.

Ein Wiedersehen mit ihren leiblichen Eltern ist für diese Kinder äußerst unwahrscheinlich. Den Eltern fehlt jeglicher Anhaltspunkt, wo sich ihre Kinder befinden könnten, und die Kinder haben oftmals keinerlei Kenntnis von ihrer Adoption. Dazu kommt, dass Paare, die verschleppte Kinder kaufen, sich meist keiner Schuld bewusst sind und dieses Prozedere von ihrem Umfeld stillschweigend geduldet wird. Wenn das Vorgehen von Polizei und Behörden aufgedeckt wird, kommen die Kinder meist in Waisenhäuser, wo sie bleiben, bis man ihre „wahren“ Eltern ausfindig gemacht hat. Dazu kommt es allerdings nur sehr selten.

Das Geschäft der Kinderhändler ist äußerst lukrativ: Paare mit Kinderwunsch sind bereit, umgerechnet mehrere tausend Euro für ein Kind zu bezahlen.

 

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Spiegel Online

 

 

 

 

 

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