Argentinien: Kinderarbeit in der Gemeinde

Bild: © Infrogmation - Wikimedia Commons

Letzte Woche wurde in den lokalen Medien des Verwaltungsbezirks Orán, Argentinien, bekannt, dass die Gemeinde angefangen hatte, kleine Kinder gegen etwas Bezahlung für sich arbeiten zu lassen. Ihre Aufgaben waren, bestimmte öffentliche Plätze sauber zu halten und Unkraut an den Wegrändern zu jäten. Die arbeitenden Kinder waren zwischen sieben und zwölf Jahren alt.1)

Diese Nachricht entfesselte große Kritik unter den Bewohnern der Gemeinde. Der Stadtrat Juan Carlos Sanguino warf dem Gemeinderat vor, gezielt Kinder für diese Arbeit einzusetzen, um Kosten zu sparen, da sie billige Arbeitskräfte darstellen. „Bei der Arbeit laufen sie Gefahr, sich tropische Krankheiten einzufangen, da sie ohne den notwendigen Schutz ihre Aufgaben verrichten. Sie rupfen das Unkraut mit bloßen Händen aus und tragen währenddessen nur Flip Flops. So werden die Kinder einfach ausgenutzt.“ fügte Sanguino hinzu. In dieser Gegend kommen außerdem das Denguefieber und der Hantavirus vor.

Vier Stadträte, unter ihnen auch Juan Carlos Sanguino, haben sich dafür eingesetzt, diese Art von Kinderarbeit an die Öffentlichkeit zu bringen und einzustellen. Sie wollten die Angelegenheit bis zum Parlament tragen, was dort jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin wendeten sie sich an Gladys Reynoso und Cristian Babicz, beide Berater für Minderjährige und Unmündige.

Ihre Kampagne wurde nicht überall gut aufgenommen. Wie Sanguino, welcher als Sprachrohr für die Gruppe der vier Stadträte fungiert, mitteilte, sei in der Nacht des letzten Sonntages der Gewerkschaftsführer des Viertels Caballito, José Armella, bei ihm vor der Tür erschienen und habe ihn beleidigt und bedroht, weil er sich gegen die Kinderarbeit einsetzte. Er habe betont, dass es seine Idee gewesen sei, die Kinder für die Verrichtung der Gemeindearbeit anzuheuern und dass Sanguino sich deshalb in Acht nehmen solle. Daraufhin schlug Armella ein paar Mal auf Sanguino ein, welcher sich mit seinen Armen schützte. Nach diesem Vorfall reichte Sanguino eine Anzeige bei der Polizei ein und ließ sich von einem Arzt untersuchen, der ihm die Schläge auf den Armen nachweisen konnte.

Heute, am Dienstag, den 20.03.12, wird die Gemeinde bei ihrer Ratsversammlung über die Zurückweisung dieser Arbeitsform diskutieren.2)

  1. Cadena 3 (spanisch); nicht mehr verfügbar []
  2. El Tribuno (spanisch) []
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