Neue Studie über Kinderarbeit im Libanon

 |  Bild: © n.v.

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Im Alter von 14 Jahren verließ Monzir wegen Desinteresse und schlechten Noten die Schule. Seine erste Arbeitsstelle war ein kleiner Laden, in dem er, wie viele tausend Kinder der Bekaa-Region, nur LBP 50.000 (26 Euro) pro Woche verdiente. Monzirs Geschichte ist keine Seltenheit, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der ILO und der Saint Joseph Universität belegt. In der Studie wurden über 1007 Kinder aus dem Norden Libanons und Bekaa interviewt, die in verschiedenen industriellen Bereichen wie der Teppichherstellung, Automobilindustrie und Krankenhäusern arbeiteten. 29,5% der Kinder im Norden und 36,5% der Kinder in Bekaa, waren unterhalb des Mindestarbeitsalters für Kinder von 14 Jahren. Mehr als 33% der Kinder im Norden und 40% der Kinder in Bakaa sind Analphabeten. Nach Angaben des Forschungsleiters sei besonders erschreckend gewesen, wie offen die Menschen im Hinblick auf Kinderarbeit sind. Kinderarbeit sei eben ein Teil ihrer Kultur.

Sowohl die ILO als auch UNICEF fordern- wie bereits in einem Arbeitsgesetzentwurf der Regierung festgesetzt- das Mindestarbeitsalter für Kinder auf 15 Jahre anzuheben. Arbeiten im Haushalt und im landwirtschaftlichen Bereich, in der ein Großteil der Kinder beschäftigt ist, werden jedoch von dem libanesischen Arbeitsschutzgesetz nicht gedeckt.

 

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