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Kinderprostitution in Indien: Missbrauch durch Hindu-Priester

 |  Bild: © n.v.

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In Bangalore, Indien, ist die Prostitution von Kindern offiziell nicht erlaubt, aber dennoch gibt es viele die ihren Körper verkaufen. Der Staat unternimmt meist nichts dagegen, da Prostitution auf dem Papier gar nicht existiert.

Deshalb versuchen verschiedene Organisationen, den Kindern zu helfen. Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen sind davon betroffen. Einer von ihnen ist der heute 17-Jährige Lokesh.

Er war ein guter Schüler, bis ihn sein Lehrer zum Sex zwang, oft mehrmals täglich. Er widersprach nie, für ihn war das normal. Lokesh war damals 13 Jahre alt und er hatte noch keinerlei sexuelle Erfahrungen gesammelt. So wie ihm geht es vielen Jungen,  für sie gehört der Sex mit älteren Männern zunächst zur Normalität.

Doch Lokesh merkte irgendwann, dass er sich veränderte und erzählte seinen Eltern davon. Statt ihm zu helfen, setzten sie ihn vor die Tür. Er schlug sich nach Bangalore durch, wo er merkte, dass er das dringend benötigte Geld durch den Verkauf seines Körpers verdienen konnte.

Für umgerechnet circa zwei Euro schlief er mit Männern, oft wurde er von ihnen jedoch verprügelt anstatt bezahlt. Wenn die Jungen zu Freiern ins Auto steigen, müssen sie stets Angst haben, dass an der nächsten Ecke weitere Männer zusteigen, und sie dann von einer Gruppe Männer vergewaltigt werden.

Die Situation der Jungen machen sich Zuhälter zu nutze. Sie locken die Kinder mit dem Versprechen auf eine warme Mahlzeit und ein Zuhause zu sich. Dann zwingen sie sie oft zur Kastration, da die Jungen dadurch weiblicher und damit attraktiver werden. Die Eingriffe werden meist nicht von Ärzten durchgeführt, was dazu führt, dass viele der jungen Männer an den Folgen sterben oder verbluten.

Der Hindu-Priester Suresh ist einer der Zuhälter. Er lebt mit 19 Jungen, die zwischen 14 und 16 Jahren alt sind, zusammen. Tagsüber schickt er sie zum Betteln auf die Straße, nachts müssen sie als Stricher arbeiten. Nebenher sind sie verpflichtet ihm zum Sex zur Verfügung stehen. Schuldig fühlt er sich nicht, er sagt,  er habe selbst eine schlimme Kindheit gehabt und wurde mit zwölf Jahren von seinem Onkel missbraucht. Solange er die Polizei bestechen kann, will er sein Leben so fortführen.

Die Sozialarbeiterin Dhananjay muss mit Menschen wie Suresh zusammenarbeiten, um überhaupt etwas bewirken zu können. Den Hindu-Priester konnte sie mittlerweile immerhin davon überzeugen, keine Jungen unter 14 Jahren zu missbrauchen.

In ihrer Anlaufstelle in Bangalore kommen immer wieder Jungen wie Lokesh. Sie können sich dort einem HIV-Test unterziehen oder einfach nur reden. Oft fallen die Testergebnisse positiv aus, doch die jungen Männer wissen meist nicht, was das für ihr weiters Leben bedeutet.

Lokesh hat es mit Hilfe der Organisation geschafft, aus dem Milieu auszusteigen. Heute fährt er abends zu den Orten, an denen sich die meisten Stricher aufhalten. Dann versucht er sie davon zu überzeugen, in der Organisation Hilfe anzunehmen, um so wieder einen Neuanfang zu starten.

Link zum Artikel auf Spiegel Online

2 Gedanken zu „Kinderprostitution in Indien: Missbrauch durch Hindu-Priester“

  1. Erstaunlich, hier den etwas gekürzten und umgeschriebenen Spiegel-Artikel zu finden. Ich bin verwundert, dass das der Verlag gestatten würde.

    1. nikoletta / EarthLink

      Hallo Karsten,
      danke für den Kommentar. Wir weisen jedes Mal ausdrücklich am Ende unserer Blogbeiträge auf die entsprechende Quelle hin und haben auch keine kommerziellen Absichten sondern den Anspruch, Informationen zum Thema Kinderarbeit breiter zu streuen, um möglichst viele Leser über die Problematik aufzuklären.
      Trotzdem wollen wir uns bemühen, die Artikelquelle auch bereits im Text im Sinne eines Zitats zu benennen, um Missverständnisse zu vermeiden.
      Nachdem wir mit unserer Kampagnenseite die umfangreichste, deutschsprachige, frei zugängliche Wissenssammlung zum Thema „Ausbeuterische Kinderarbeit“ liefern, nutzen viele Redakteure wiederum unsere (Hintergrund-)Informationen zu Recherchezwecken und lassen sich häufig auch telefonisch beraten, ohne uns explizit als Quelle zu benennen.

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