Kinder in den Ziegelbrennereien Afghanistans

 |  Bild: © n.v.

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Ein aktueller Bericht der International Labour Organization (ILO) mit dem Titel Buried in Bricks ergab, dass die Ziegelbrennereien Afghanistans zu einem großen Teil von Kindern betrieben werden. Nach dieser Umfrage von August bis Oktober 2011 sind 56 % der Arbeiter jünger als 18 Jahre, 47 % sogar erst 14 Jahre oder jünger.

Der Großteil der Befragten nahm im Alter von sieben bis neun Jahren die Arbeit auf. Im Alter von neun Jahren arbeiten dann bereits 80 % der Kinder. Die Schule hingegen besuchen nur etwa 15 %.

Die vorherrschende Form der Arbeit in den Brennereien ist die Zwangsarbeit, von der sowohl Kinder als auch Erwachsene betroffen sind. Meist sind die Arbeiter durch eine Schuldknechtschaft an die Ziegelbrennereien gebunden, müssen also Schulden abzahlen, die aufgenommen wurden um Grundbedürfnisse zu erfüllen, medizinische Unkosten, Beerdigungen oder Hochzeiten zu zahlen. Über die Hälfte der Familien arbeiteten zum Zeitpunkt der Umfrage bereits seit elf Jahren für ihre Brennerei, 35 % der Familien sogar schon mehr als 20 Jahre. Die Arbeitszeit in den Brennereien beträgt mehr als 70 Stunden pro Woche. Erwachsene Arbeiter verdienen zwischen sechs und acht Dollar pro Tag, Kinder nur etwa die Hälfte.

Kinderarbeit oder Zwangsarbeit ist in Afghanistan nicht legal. Sowohl die nationale Verfassung als auch die Unterzeichnung und Ratifizierung der ILO-Kernarbeitsnorm 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit verbieten die Arbeit von Kindern unterhalb des Mindestarbeitsalters 18 sowie jegliche Formen der Zwangsarbeit.

Mr. Berger, der ILO-Beauftragte für Afghanistan, warnte vor dem Ziel einer sofortigen Abschaffung dieser Form der Arbeit in diesem Zusammenhang, da sich dadurch die Konditionen für die Arbeiter nur verschlechtern und die Praxis in den Untergrund getrieben würde. Die Zwangsarbeit in Afghanistan sei ein wirtschaftliches Problem, für das eine Strategie entworfen werden muss, die die Verbesserung der Lebensbedingungen sowie den Ausbruch aus dem Schuldenkreis und der Armut zum Ziel hat.

Quelle: Artikel der UNAMA (nicht mehr verfügbar)

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