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USA: Anstieg von Menschenhandel während Sportevents

 |  Bild: © n.v.

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Laut Kinderrechtlern erhöht sich der Kinderhandel in Städten während großer Sportevents enorm. Durch sportliche Großereignisse wie die olympischen Spiele oder den Super Bowl steigt die Nachfrage in der Sexindustrie an und erhöht dadurch den Menschenhandel in den Gastgeberstädten stark. Im Rahmen des Super Bowls in Dallas im letzten Jahr wurde ein Anstieg auf 10.000 Fälle verzeichnet. Für den diesjährigen Super Bowl in Indianapolis versuchen die Behörden daher im Vorfeld gegen den Anstieg vorzugehen. Eine Organisation von Nonnen organisierte eine groß angelegte Telefonaktion, um Hotelbesitzer zu informieren und ihnen dadurch die Möglichkeit zu geben, Fälle von Kinderprostitution und Menschenhandel zu melden. Weiter werden Seifen mit markanten Sprüchen und einer Notfallnummer an zahlreiche Hotels und Motels verteilt, um Aufmerksamkeit zu generieren und im Extremfall den betroffenen Mädchen einen Ausweg aus ihrer Lage zu bieten.

Laut U.S. State Department ist der Menschenhandel nach dem Waffenhandel das lukrativste Geschäft weltweit. Allein in den USA beläuft sich der geschätzte Gewinn durch Menschenhandel auf 15.5 Milliarden US Dollar. Laut einem offiziellen Bericht sind es jährlich etwa 100.000 Kinder, die in Amerika zur Prostitution gezwungen werden. Eins von drei weggelaufenen Kindern in den USA landet in den Fängen des Prostitutionsgewerbes, das Durchschnittsalter liegt dabei bei 13 Jahren. Die meisten der Kinder, die durch verstärkte Nachfrage bei Sportevents in der Prostitution landen, stammen also aus dem eigenen Land. Aber auch aus anderen Ländern erreichen jährlich zwischen 14.000 und 18.000 Kinder durch Menschenhandel die Vereinigten Staaten. Noch gibt es für diese Fälle viel zu wenig soziale Einrichtung, mediale Aufmerksamkeit und gezielte Polizeiaktionen. So konnten seit 2003 bei Razzien in amerikanischen Städten nur etwa 1.200 Kinder gerettet werden. Experten zufolge gibt es im ganzen Land nur etwa 100 Unterkünfte für Opfer des Kinderhandels. Ein weiteres großes Problem stellt die Gesetzeslage dar: Prostitution ist in Amerika illegal, was die aufgegriffenen Kinder zu Tätern macht. Einige Staaten, wie Connecticut, haben dahingegen ihre Gesetzgebung geändert, wodurch die Kinder nicht mehr als Kriminelle, sondern als Opfer des Menschenhandels angesehen werden.

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