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USA unterstützt Länder, die Kindersoldaten rekrutieren

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Das zweite Jahr in Folge hat sich US Präsident Barak Obama über ein vom Kongress verhängtes Verbot hinweggesetzt, das militärische Finanzhilfe für vier Länder ausschließt, welche für die Rekrutierung von Kindersoldaten bekannt sind. Tschad, die Demokratische Republik Kongo, der Jemen und das neue, unabhängige Land Süd Sudan werden im Jahr 2012 mehr als 200 Millionen Dollar Militärhilfe erhalten. Das Gesetz gegen Kindersoldaten aus dem Jahr 2008 verbietet es den USA, Militärhilfe an Länder zu verteilen, die Soldaten unter 18 Jahren rekrutieren. Allerdings erlaubt das Gesetz eine Ausnahme durch den Präsidenten in Fällen von „nationalem Interesse“. Das Land Somalia, bekannt für seine Verwendung von Kindersoldaten während seines Bürgerkrieges, erhält ebenfalls militärische Hilfsmittel.

Mehr als 300.000 Kinder im Alter von 8 bis 18 Jahren werden als Kindersoldaten in über 30 Konfliktgebieten in Afrika, Asien, Kolumbien und Peru eingesetzt. Im Jahr 1960 gab es 40 bewaffnete Gruppen, die Kinder einsetzten, im Jahr 2007 waren es 57. Diese Kinder werden z.B. auf dem Weg in die Schule entführt, während sie auf den Feldern arbeiten oder wenn ihre Dörfer angegriffen werden. Einige Kinder schließen sich den Gruppen freiwillig an, aufgrund von Armut, Hunger, Gewalt in der Familie, oder Vergeltung für feindliche Brutalität. Manchmal schließen sich Jungen an, um den Respekt von Älteren zu gewinnen.

Es wird angenommen, dass erstaunlicherweise 40 Prozent aller Kindersoldaten Mädchen sind. Oft werden diese Mädchen auch als Sexsklaven von jungen und älteren Soldaten und Kommandanten gehalten.

Dieser Zustand „verbraucht“ Generationen von Kindern weltweit, sagt die Expertin für internationale Angelegenheiten und für Lateinamerika, Dr. Waltraud Morales. Bewaffnete Gruppen suchen Kinder, weil sie gehorsam, unterwürfig, billiger zu unterhalten, unbezahlt, leicht indoktriniert, und nützlich zum Kochen, Putzen und zum Tragen von Vorräten sind und damit erwachsenen Soldaten mehr Zeit für den Kampfeinsatz lassen.

Trotz ihrer Rolle als Soldaten sind Mädchen Vergewaltigungen und Verstümmelungen ausgesetzt. Viele von ihnen werden schwanger, bekommen Geschlechtskrankheiten oder HIV/AIDS. Viele haben dauerhafte Verletzungen und leiden das ganze Leben an Schmerzen aufgrund von mehrfachen Vergewaltigungen. Wenn die Mädchen nach Hause zurückkehren, werden sie als schmutzig und unmoralisch abgelehnt und für den Verlust der Ehre der Familie und des Dorfes verantwortlich gemacht. Mädchen, die schwanger oder mit kleinen Kindern nach Hause zurückkehren erleiden oft eine noch schlimmere Strafe. Sie erhalten keine soziale Unterstützung und sind oft gezwungen, sich weiter zu prostituieren oder bei einem gewalttätigen Ex-Soldaten zu bleiben, um ihre Kinder ernähren zu können und zu überleben. Während Mädchensoldaten stigmatisiert und ausgestoßen sind, werden Jungen respektiert und als besonders männlich in ihren Gemeinden angesehen.

Die Beschäftigung von Kindern als Soldaten ist ein international geächtetes Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Viele ehemalige Kindersoldaten werden drogenabhängige, gewalttätige Gangmitglieder, die den Kreislauf der Gewalt in ihrem Leben nie wieder verlassen. Sie entführen oft selbst junge Mädchen, um sie zu ihren Kinderfrauen zu machen.

Trotz dieses weit verbreiteten Wissens, gibt die derzeitige US Regierung weiterhin im Namen des „Nationalen Interesses“ Militärhilfe an Länder mit Kindersoldaten.

Link zum Artikel auf Englisch

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