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Usbekistan: Verbannung des Modelabels „Guli“ von der New York Fashion Week soll Zeichen gegen Kinderarbeit setzen

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Das Label Guli wurde von der diesjährigen New York Fashion Week verbannt. Hintergrund dieser Entscheidung sind die Besitzverhältnisse – die Modemarke gehört der Tochter des umstrittenen usbekischen Präsidenten Islam Karimov. Mit dieser Maßnahme soll ein deutliches Zeichen an die usbekische Führung gesendet werden, dass Vorwürfe bezüglich Menschenrechtsverletzungen gegen das zentralasiatische Land, wie beispielsweise die ausbeuterische Kinderarbeit, eine weltweite Resonanz finden.

IMG, der Organisator der diesjährigen Fashion Week, gab die Entscheidung, die Vorführung des Labels von Gulnara Karimova – gleichzeitig ist die Präsidententochter usbekische Botschafterin in Spanien – abzusagen, am 9. September bekannt. Die Präsentation Gulis war für den 15. September geplant.

Steve Swerdlow von der Human Rights Watch begrüßte die Entscheidung: „Die Versklavung von Kindern und die Folter von Dissidenten – das wird nie modern.“ Man sei froh, dass einem repressiven Regime nicht die Möglichkeit gegeben werde, sich öffentlich zu präsentieren. Das Zeichen an andere Staaten, welche die Menschenrechte mit Füßen treten, sei unmissverständlich.

Usbekistan verstößt in voller Bandbreite gegen humanitäre Normen. Neben der Inhaftierung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, der Folter von Regimegegnern und zahlreichen anderen repressiven Maßnahmen ist die weit verbreitete erzwungene Kinderarbeit ein großes Problem. Jährlich werden bis zu zwei Millionen Kinder genötigt, sich für zwei Monate an der Baumwollernte zu beteiligen – eine Risikotätigkeit, für welche die Kinder nicht einmal entlohnt werden. Die Baumwolle findet einen weltweiten Absatz. Nur etwa 60 Firmen, unter ihnen Gap und H&M, haben sich gegen ihre Nutzung ausgesprochen.

Ebenfalls erging ein Aufruf an die Sponsoren der Fashion Week, die Entscheidung von IMG mitzutragen und Karimova nicht mehr einzuladen, solange sich die Situation in Usbekistan nicht verbessert. Swerdlow: „Die Entscheidung der Organisatoren zeigt, dass jeder dazu betragen kann, für eine Etablierung grundlegender Menschenrechte zu sorgen – selbst in weit entfernten Ländern.“ Andere Firmen sollten dem Beispiel der IMG folgen. Auch wenn dies bedeutet, sich mit politischen Schwergewichten anlegen zu müssen.

 

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