Myanmar: Mitarbeiter von Save the Children verkaufte Minderjährige an Armee

Bild: © n.v. -

In einem von Wikileaks veröffentlichtem Telegramm der US-Botschaft wird die Entlassung eines burmesischen Mitarbeiters der NGO Save the Children (STC), aufgrund von Menschenhandel dokumentiert. Die Entlassung erfolgte, nachdem man rausgefunden hatte, dass der Mann junge Männer, einschließlich Minderjährigen, an die United Wa State Army (UWSA) verkauft hatte. Dem Telegramm, welches auf den 26.01.2010 datiert ist, ist allerdings zu entnehmen, dass der Mitarbeiter aus politischer Überzeugung und nicht aus finanziellem Interesse gehandelt hat. Der Landesdirektor von Save the Children, Andrew Kirkwood, sagte der US-Botschaft, dass die Opfer aus Nam Kham im Bundesland Shan kamen. Die Machenschaften des Kinderhändlers kamen ans Licht, als eines der Opfer aus der UWSA flüchtete. Dem Telegramm ist zu entnehmen, dass laut dem Geflüchteten mindestens zehn junge Männer aus Nam Kham und weitere sechs aus Nam Sam mit ihm in der UWSA dienen mussten. Nach Angaben von Save the Children kamen neun der Verschleppten aus Gebieten in denen sie operierten, zwei davon waren minderjährig.

Der Mitarbeiter war offenbar einer ethnischen Gruppierung angehörig, welche eine Allianz mit der UWSA geschlossen hatte. Die UWSA gilt als eine der am besten bewaffneten und kampfstärksten Milizen in Myanmar und sie wurde mehrmals mit der Produktion von Drogen in Verbindung gebracht. Dem Telegramm entgeht, dass Save the Children nach dem Bekanntwerden der Tätigkeiten ihres Angestellten, sofort und angebracht reagiert hätte. Allerdings wird die Regierung von Myanmar kritisiert. Sie hätte nicht ausreichende Möglichkeiten um etwas gegen den Menschenhandel in das UWSA-Gebiet zu unternehmen.

Der Straftäter hatte die Opfer über lokale Kontakte getroffen. Es konnte allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass sie mit der NGO in Verbindung standen. Der Mann wurde nach seiner Entlassung festgenommen, allerdings sollte das STC-Management keine Anklage erheben, da dies die Anstrengungen, die Opfer zu finden und zu ihren Familien zurückzubringen erschweren würde. Einige der unfreiwilligen Soldaten seien bereits nach China geflohen. Der Verfasser des Telegramms, US-Botschafter Dinger, hofft, dass die offensichtlichen politischen Motivationen und die Resultate der bevorstehenden Ermittlungen, vielleicht Einsicht in die Art wie Menschenhandel in einer der unzugänglichsten Regionen Myanmar entsteht. Das gesetzliche Rekrutierungsalter für Soldaten liegt in Myanmar bei mindestens 18 Jahren.

Link zum Artikel (englisch) – nicht mehr verfügbar

Info UWSA

Über Heiko / EarthLink

Ich mache momentan im Rahmen meines Sozialwissenschaftsstudium ein 2-monatiges Praktikum bei EarthLink. Ich befasse mich hauptsächlich mit dem Schreiben von Blog-Einträgen für aktiv-gegen-kinderarbeit.de und der Recherche für Facing Finance.
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