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Kenia: Hungernde Familien schicken Kinder zum Betteln

 |  Bild: © n.v. - Wikipedia

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Die anhaltende Dürreperiode in Kenia zwingt immer mehr Familien dazu, ihre Kinder zum betteln zu schicken. Teilweise verlassen die Kinder ihr zu Hause komplett, um sich selbst auf den Straßen durchzuschlagen. Ein Beispiel hierfür ist Derrick, 12 Jahre alt. Er hat seine Eltern verlassen und lebt nun auf den Straßen von Marsabit, einer Stadt im Norden Kenias. Seine Eltern konnten ihn nicht länger ernähren und er verbringt seinen Tag damit, um Essen zu betteln.

Im Laufe der anhaltenden Dürreperiode ist die Zahl der Kinder auf den Straßen Kenias stark angestiegen. Vor allem in den kleineren Städten hat sich die Anzahl drastisch erhöht. Allein in Marsabit hat sich die Zahl von 300 im Jahr 2010 auf 2500 erhöht. Die Kinder kommen größtenteils vom Land, allerdings schicken auch Eltern aus der Stadt ihre Kinder auf die Straßen um etwas zu Essen zu bekommen.

Ein Hauptgrund dafür sind die enorm gestiegenen Lebensmittelpreise. Allein zwischen April und August stieg der Preis für einen 90kg-Sack Mais von 27,10$ auf 52$. So ist es nicht verwunderlich, dass den Eltern das Geld fehlt, um ihre Kinder zu ernähren. Eine Mutter von vier Kindern berichtet dem UN-Informationsdienst IRIN, dass sie ihren Kinder erlaubt, tagsüber in die Stadt zu gehen um zu betteln, da sie sie nicht ausreichend ernähren kann. Sie sei erst selbst gegangen, aber Kindern wird eher etwas gegeben als Erwachsenen. Obwohl auch die Anzahl der erwachsenen Bettler stark gestiegen ist.

Die staatlichen Hilfsorganisationen haben hungernde Familien im Norden und Nordosten Kenias mit Lebensmittellieferungen versorgt. Viele der Kinder kommen aus Familien, die eigentlich versorgt werden sollten. Allerdings teilte ein Regierungsmitarbeiter, der lieber anonym bleiben möchte, IRIN mit, dass die Lebensmittelverteilungen in letzter Zeit selten waren. Laut dem Mitarbeiter ist die letzte koordinierte Lebensmittellieferung in die betroffene Region schon drei Monate her.

Eine weitere Möglichkeit an Essen zu kommen, bietet das „Blanket Supplementary Feeding Programme“. Allerdings können dies nur Kinder, welche jünger als drei Jahre und kleiner als 95cm, stillende Mütter mit Kindern jünger als sechs Monate sowie schwangere Frauen in Anspruch nehmen.

Laut Ahmed Hussein, Kinderbeauftragter der Regierung, erhöht die momentane Situation das Risiko für Kinderarbeit oder Kinderprostitution. Es gäbe Eltern, die ihre Kinder zu Vollzeitbettlern gemacht haben. Diese Kinder seien die neuen Ernährer der Familie.

Link zum Artikel (englisch)

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