Jamaica: Kinderarbeit wird in Kooperation mit ILO und EU verstärkt bekämpft

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Das Programm Tackling Child Labour Through Education (TACKLE) ist eine Maßname der ILO, der Europäischen Union und elf afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten. Das Programm ist zunächst auf vier Jahre angesetzt und soll vor allem die schlimmsten Formen von Kinderarbeit in den teilnehmenden Ländern abschaffen. Im Rahmen des Programms wurden in Jamaika bereits 25 Millionen US-Dollar an verschiedene Nichtregierungsorganisationen übergeben, um so beispielsweise Kontrollen zur Einhaltung der Gesetze zu finanzieren.

In Jamaika arbeiten über 16.000 Kinder. Es wird davon ausgegangen, dass 7.000 davon in besonders schlimmen Formen von Kinderarbeit beschäftigt sind, wie zum Beispiel in der Prostitution.

Der jamaikanische Arbeits- und Sozialminister Pearnel Charles betonte, dass vor allem Bildung und ein regelmäßiger Schulbesuch wichtig seien, um Kinderarbeit langfristig abzuschaffen. Demnach sei es wichtig, dass die Kinder so lang wie möglich zur Schule gingen, da sie nur so im späteren Leben einen gut bezahlten Job finden könnten. Der Minister will auch die Zivilgesellschaft, die Kirchen und Gewerkschaften in das Programm miteinbeziehen. Vor allem Eltern müssten verstehen, dass es ein Verbrechen sei Kinder von der Schule zu nehmen und zur Arbeit zu zwingen. Er wisse, dass es für viele Eltern finaziell schwierig sei den Schulbesuch ihrer Kinder zu ermöglichen. Er betonte jedoch auch, dass die Eltern dadurch nicht nur in die Zukunft des Landes investieren würden, sondern auch in das Wohlergehen und die Zukunftschancen ihrer Kinder. Laut Charles verlange langzeitige Entwicklung eben kurzzeitige Aufopferung.

Erst letzte Woche war der Fall eines 13-jährigen Mädchens bekannt geworden, das von seiner Mutter zur Prostitution gezwungen wurde. Die Mutter wollte mit den Einnahmen des Kindes den gemeinsamen Lebensunterhalt bestreiten, obwohl ihr von mehreren Stellen Unterstützung angeboten worden sei. Doch die Mutter wollte keine zusätzliche Betreuung oder Hilfe in Anspruch nehmen, da sie die Einnahmen des Kindes hatte.

Es handelt sich hierbei natürlich um einen besonders schlimmen Fall, doch viele Eltern denken ähnlich wie diese Mutter. Demnach haben viele die Meinung, dass es für Kinder einfacher sei eine Arbeit zu finden und legitimieren die Beschäftigung ihrer Kinder mit dem Argument, dass diese ja trotzdem zur Schule gingen.

Es wird deutlich, dass vor allem Bewusstsein in der Gesellschaft geschaffen werden muss und die zur Verfügung stehenden Gelder an richtiger Stelle investiert werden müssten, um die Situation für Kinder in Jamaika langfristig zu verbessern.

 

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Über Nadine / EarthLink

Ich studiere momentan im 5. Semester Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen in Fulda. Im Rahmen dieses Studiums absolviere ich nun ein 8-wöchiges Praktikum hier bei EarthLink. Ich schreibe vor allem Blog-Einträge zum Thema Kinderarbeit und Drogen, recherchiere für die Kampagne Facing Finance und mache bei der Radiosendung zum selben Thema mit.
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