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Indien: Steinbruchkinder berichten von ihrem Leid

Bei einer Veranstaltung in der indischen Hafenstadt Visakhapatnam sprachen Kinder aus dem Bezirk West Godavari über ihre Arbeit in den Steinbrüchen. Vijay Kumar muss die Arbeit seines Vaters übernehmen, nachdem dieser während der Arbeit einen Herzinfarkt erlitten hat; Schulabbrecher M. Veerraju hilft seiner Mutter das Darlehen abzuzahlen, das sie für die Hochzeit seiner Schwester aufgenommen haben; Anil Kuma und sein älterer Bruder arbeiten im Steinbruch, da ihre Mutter aufgrund der Luftverschmutzung in dem Steinbruch ernsthafte Lungenschäden zugezogen hat, der Vater ist bereits daran gestorben. Die Liste von betroffenen Kindern ist lang.

Die öffentliche Veranstaltung über Bergbau und dessen Auswirkungen auf Kinder brachte viele schockierende Fakten ans Licht. Organisiert wurde das Ganze von den NGOs Samata und Campaign Against Child Labour (CACL) sowie der Organisation für Minen, Mineralien und Menschen. In den meisten Fällen interessiert sich niemand dafür warum die Kinder die Schule verlassen. Manche von ihnen, wie Veerraju besuchen die Schule nur dann wenn sie nicht arbeiten müssen. Ein Menschenrechtsaktivist der Organisation Help erklärt, wie die Steinbruchbesitzer die Gesetze umgehen. Er berichtet, dass die Steinbruchbesitzer dafür sorgen, dass die Familien ihrer Angestellten ca. 20 km entfernt von dem Steinbruch leben. Große Steine werden zu den Häusern der Arbeiter geschickt, damit diese sie in kleinere brechen. Da dies zu Hause geschieht müssen die Kinder oft mithelfen. Arbeiten Zuhause gelten laut dem Gesetz nicht als gefährliche Tätigkeiten und sind somit nicht verboten. Die Kinder sind hierbei auch noch offiziell bei den Schulen eingeschrieben. Allerdings gehen die Kinder nur noch zur Schule um an den Mittagessen teilzunehmen.

 Link zum Artikel (englisch)

 

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