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Ägypten: Anzahl der Straßenkinder steigt an

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Die letzten 30 Jahre wurde das Problem der Straßenkinder in Ägypten von dem Mubarak Regime ignoriert. Dennoch ist ihre Zahl in dieser Zeit stetig angestiegen ebenso, wie die der zerstörten Familien und die Armut insgesamt. Obwohl diese Kinder vielfach als Kriminelle dargestellt werden, sind sie die Opfer der jahrelangen Entbehrungen. Sie schlafen unter Brücken und auf den Straßen und haben kaum eine Hoffnung in die Gesellschaft integriert zu werden, da die Menschen sie nicht akzeptieren und ausstoßen. Aus diesem Grunde leben sie am Rand der Gesellschaft und werden für alle begangenen Verbrechen verantwortlich gemacht. Die inhaftierten Kinder gelangen in Jugendheime, wo die Bedingungen meist noch schlechter sind als in den Gefängnissen der Erwachsene. Dort werden sie meist noch Gewalttätiger und laufen nach kurzer Zeit wieder davon um auf der Straße zu leben. Viele schließen sich organisierten Banden an, stehlen, betteln oder prostituieren sich. Das Hauptproblem dieser sozialen Phänomene, wie auch andere Formen der Ausbeutung von Kindern, wie Kinderarbeit und Kinderprostitution, ist die enorme Armut und die familiären Konflikte. Letzteres ist bedingt durch die Scheidungsrate der Eltern, die hohe Arbeitslosigkeit, das geringe Einkommen, die soziale Unsicherheit und die hohe Geburtenrate. Obwohl dies keine neues Problem ist, wurde die Regierung erst vor fünf Jahren darauf aufmerksam, als eine Gang 18 Waisenkinder in Kairo, Alexandria und Tanta, vergewaltigte und anschließend tötete. Die Polizei hat inzwischen ein System entwickelt die Kinder nach ihrer Rückkehr zu den Eltern besser überwachen zu können. Weiterhin wird die Regierung dazu aufgefordert sehr arme Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Schätzungen zufolge führen Armut und schlechte Familienverhältnisse zu hunderttausenden Minderjährigen, die sich allein ernähren müssen und irgendwo  in den Straßen Kairos leben. Die Zahlen der Kinder steigen rasant und die Gesellschaft ignoriert die betroffenen Jungen und Mädchen. Ihr Leben auf den Straßen hat noch andere negative Auswirkungen, viele der Kinder haben starke gesundheitliche Probleme und leiden unter Cholera, Tuberkulose oder Blutarmut. Die meisten Krankheitserreger werden durch das Essen oder ihre Umgebung aufgenommen. Die Kinder sind auf den Straßen auch physischen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Befragungen der Minderjährigen ergaben, dass 86 % von ihnen die Gewalt als Hauptproblem betrachten, wobei 50% sexuelle Übergriffe angeben.

Um an Geld zu kommen, waschen viele von ihnen Autos, verkaufen Taschentücher oder gehen betteln. Die Einnahmen werden für Nahrung, Zigaretten oder Klebstoff ausgegeben, welches sie unter den Brücken der Stadt schnüffeln. Viele der Kinder geben ihren Eltern und der familiären Situation die Schuld für ihre derzeitige Situation.

Link zum Artikel (englisch)

 

 

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