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Uganda: Der Kinderhandel in Busia

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Die Stadt Busia in Uganda ist ein Zentrum des Kinderhandels. Laut Schätzungen werden jedes Jahr hunderte Mädchen und Jungen gekauft, verkauft oder gekidnappt um anschließend zum Sex mit Erwachsenen gezwungen zu werden. Vor allem die Nähe zur kenianischen Grenze und das Nichtvorhandensein von Grenzkontrollen begünstigen den Kinderhandel in dieser Gegend. Die Kinder werden hauptsächlich zur Prostitution gezwungen, da dies den Hintermännern am schnellsten Geld einbringt. Aufgrund der unzumutbaren Bedingungen, in denen viele Kinder leben, müssen sie schon früh Arbeit suchen.  Vielen dieser arbeitsuchenden Kinder werden Stellen in der Fischerei oder im Bergbau angeboten, um sie im Endeffekt doch als Sexsklaven zu verkaufen. Der Handel begrenzt sich hierbei nicht nur auf die afrikanischen Nachbarstaaten. Es wurden schon Kinder in Dänemark oder Malaysia gerettet, welche anfangs in Busia verkauft worden sind. Die Altersspanne der Opfer liegt zwischen neun und neunzehn Jahren.

Besonderes Aufsehen erregte die Majanji Grundschule. Viele Jahre war diese Schule ein Haupthandelszentrum für minderjährige Sexsklaven. Die Schule wurde 1953 gegründet und war bis 1972 eine, von Asiaten geführte, Islamschule. Nach einem Regierungswechsel wurde die Islamschule zu einer ugandischen Grundschule, in der über Jahre Mechanismen der Ausbeutung und Brutalität an der Tagesordnung waren. Die Kinder mussten auf Maisplantagen arbeiten, bis sie alt genug waren um als Sklaven in ein fremdes Land verkauft zu werden. Ein vierzehnjähriger Zeuge berichtet, dass er nach Kenia verschleppt wurde. Man sagte ihm er würde eine Ausbildung zum Imam bekommen, allerdings wurde dort auf den Straßenstrich geschickt. Selbst die Schüler die nicht verkauft wurden, wurden gezwungen miteinander zu schlafen. Nachdem mehrere Hinweise bei der Polizei eingegangen waren, startete die 2009 Ermittlungen gegen die Schule. Hierbei kam heraus, dass allein in den letzten zwei Jahren 43 Schüler verkauft wurden. Die Schule wurde geschlossen und die Lehrer verhaftet.

 Link zum Artikel (englisch)

 

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