Nigeria: Kinderhandel boomt

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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In Nigeria ist der Kinderhandel noch immer ein lukrativer Markt, hier werden, nach UN Angaben, täglich 10 Kinder verkauft. Die Händler verdienen dadurch jährlich etwa 33 Milliarden Dollar. In den seltensten Fällen werden sie gefasst und falls sie dennoch erwischt werden, können sie sich leicht frei kaufen. Eine junge Frau, die in ihrer 5-jährigen Ehe nicht schwanger geworden ist, wurde von einer Freundin nach Aba geschickt um sich, in einer „Baby Fabrik“, ein Kind zu besorgen. Dort wurde sie mit Medikamenten versorgt, die den Anschein erwecken sollten, sie sei schwanger. Nach neun Monaten „Schwangerschaft“ erzählte sie ihrem Mann sie würde über die Grenze gehen um das Kind zu bekommen. In der Fabrik zahlte sie für das Kind und ging zurück nach Hause. Die Frauen, die die Babys austragen, verlangen eine Gebühr zwischen 150.000 und 200.000 nigerianische Naira (690 – 920 Euro), pro Kind. Die Männer, die die Frauen schwängern bekommen zwischen 10.000 und 20.000 Naira (45 – 90 Euro). Einige der illegalen Weisenhäuser wurden bereits geschlossen, da der Verdacht des Kinderhandels aufgekommen war. Gerade in Aba floriert der Kinderhandel und gilt als der größte Markt in Nigeria. Letzten Mai wurde eine dieser „Baby-Fabriken“ von der Polizei aufgespürt und dabei wurden 32 minderjährige werdende Mütter befreit. Die Mädchen werden solange dort behalten, bis sie die Kinder und ihre Bezahlung bekommen haben. Die Höhe der Summe hängt von dem Geschlecht des Babys ab. Es wird erwartet, dass in jedem Bezirk mindestens eine dieser Fabriken zu finden ist. Einige der Frauenhäuser suchen gezielt junge Frauen, welche als Leihmütter missbraucht werden. Trotz der Bemühungen der Behörden können viele der Ärzte, welche häufig diese Fabriken leiten, nicht verurteilt werden, da die Beweislast zu gering ist. Dennoch wurden im letzten Jahr sechs dieser Häuser entdeckt und über 100 Betroffene gerettet. Eine Möglichkeit an die Kinder zu kommen ist die Aufnahme von jungen Frauen in die Kliniken, die ungewollt schwanger geworden sind und Angst haben von der Gesellschaft verstoßen zu werden. Die Kinder werden ihnen weggenommen und nur wenige von ihnen sind in der Lage, offen über ihre Erfahrungen in den Kliniken zu sprechen. Dennoch stellen sich viele der Frauen freiwillig zur Verfügung, um durch den Verkauf des Kindes an Geld zu gelangen. Diese sind meist mehrere Jahre in den Häusern und gebären regelmäßig Kinder. In einer weiteren Klinik, die nach jahrelanger Tätigkeit von Soldaten gestürmt wurde, fand man Skelette, die nach Angaben der Polizei vermutlich Opfer von Ritualen in der Klink wurden. Die Besitzerin des Hauses und Leiterin der Klinik wurde festgenommen. Der Frau wird weiterhin vorgeworfen den Frauen, die nicht schwanger werden konnten, Substanzen verabreicht zu haben, um eine Schwangerschaft zu simulieren. Dabei wuchs in dem Bauch der Frauen ein Art Tumor heran. Nach neun Monaten mussten die Frauen zurück in die Klinik, dort wurde ihnen eine weitere Substanz verabreicht, die falsche Wehen einleiten sollte. Der Tumor wird herausgeschnitten um eine Blutung zu erzeugen. Währenddessen wird ein Baby in den OP geschmuggelt und zum schreien gebracht. Diese Methoden werden angewendet, um den Frauen das Gefühl zu vermitteln, sie haben tatsächlich ein Kind geboren.

Trotz der Gefängnisstrafen in Nigeria von bis zu 14 Jahren ist Kinderhandel der drittgrößte Bereich der illegalen Tätigkeiten, nach Drogenhandel und finanziellem Betrug.

Link zum Artikel (englisch)

 

 

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