Kongo: “Action Le Vert” baut Rehabilitierungszentrum für ehemalige Kindersoldaten und Kinderarbeiter

Die Organisation „Action Le Vert“ baut ein Rehabilitierungszentrum in Bukavu, in der Süd-Kivu Provinz im Osten der Demokratischen Republik Kongo, und unterstützt damit 500 Kinder aus der Region. Darunter befinden sich viele Waisen- und Straßenkinder, ehemalige Kindersoldaten, Opfer sozialer Diskriminierungen und ausbeuterischer Kinderarbeit und Kinder aus sehr armen Familien.

Die Regierungen der Demokratischen Republik Kongo haben seit mehr als 25 Jahren den Eltern die volle Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder, die Instandhaltung der Schulen und die Bezahlung der Lehrergehälter überlassen.

Seit 1996 gab es mehrere Kriege in der Demokratischen Republik Kongo, die vor allem die Süd-Kivu Provinz betrafen. Es gab Plünderungen, Massaker (mehr als vier Millionen Menschen starben) und Vergewaltigungen. Die Kriege haben die Armut der Eltern noch verstärkt, weshalb es immer schwieriger für sie wurde das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen.

Zudem starben viele Eltern während der Kriege und ließen somit Kriegswaisen zurück. Viele Kinder leben zudem auf der Straße, obwohl noch ein Elternteil lebt. Da viele dieser Elternteile jedoch keine Arbeit haben, können sie ihre Kinder nicht mehr ernähren und vor allem kein Schulgeld für fünf bis acht Kinder im Durchschnitt pro Familie bezahlen. Viele der Kinder sind traumatisiert, da sie unter anderem während der Kriege gezwungen wurden, die Vergewaltigungen ihrer Mütter durch das Militär mitanzusehen.

Andere wurden von bewaffneten Banden als Kindersoldaten rekrutiert und mussten während der Kriege mitkämpfen. Heute sind diese Kinder traumatisiert und ohne Arbeit auf sich allein gestellt. Sie leben meist auf der Straße und sind vor allem schwerer, ausbeuterischer Kinderarbeit, Kriminalität, Vergewaltigungen, Krankheiten und Drogenmissbrauch ausgesetzt. Der kongolesische Staat lässt diese Kinder allein und gibt ihnen keine Möglichkeit ihre Rechte in Anspruch zu nehmen.

Die Organisation „Action Le Vert“ sieht sich in der Verantwortung sich um diese Kinder zu kümmern und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo erhoffen sich einen positiven Wandel im Land und der Gesellschaft, was jedoch nicht möglich ist wenn die Kinder ohne Bildung und Erziehung auf der Straße aufwachsen.

Die Kinder im Projekt sind zwischen 5 und 16 Jahren alt. „Action Le Vert“ nimmt Kinder auf, die durch Schulbildung rehabilitiert werden können. Die älteren Kinder werden in ein Berufsprogramm aufgenommen.

Es gibt mehr Mädchen im Projekt, da viele Eltern nicht in der Lage sind, das Schulgeld für diese zu bezahlen. Meist reicht das Geld nur für die Jungen, da dies die „Stammhalter“ der Familie sind. „Action Le Vert“ möchte gezielt dieser sozialen Diskriminierung entgegenwirken.

„Action Le Vert“ baut eine Schule mit insgesamt zehn Klassenräumen und zwei Büros, sowie Toiletten und Duschen. Durch die Konstruktion der Schule und die Schaffung von Bildungschancen für die betroffenen Kinder, möchte „Action Le Vert“ gegen die Kinderarbeit und Jugendkriminalität in der Region vorgehen. Außerdem sollen zwei Gebäude konstruiert werden, die Waisenkinder oder misshandelte Kinder aufnehmen können. Die Kinder sollen hier rehabilitiert werden.

Es handelt sich hierbei um ein nachhaltiges Organisationsprojekt, da es zur Entwicklung des Landes beiträgt, indem es den Kindern Bildung vermittelt und diesen eine Berufsausbildung ermöglicht. Nur so können die Kinder später einen Beruf erlernen und so gegen die Armut im Land kämpfen.

Der Leiter der Organisation „Action Le Vert“ hat uns selbst telefonisch und per Email über die Organisation und den Bau des Rehabilitierungszentrums berichtet. Falls Sie sich für „Action Le Vert“ interessieren, können Sie uns unter info@earthlink.de für weitere Informationen kontaktieren.

Über Nadine / EarthLink

Ich studiere momentan im 5. Semester Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen in Fulda. Im Rahmen dieses Studiums absolviere ich nun ein 8-wöchiges Praktikum hier bei EarthLink. Ich schreibe vor allem Blog-Einträge zum Thema Kinderarbeit und Drogen, recherchiere für die Kampagne Facing Finance und mache bei der Radiosendung zum selben Thema mit.
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