Teilen + unterstützen!

Kenia: Zahl der minderjährigen Mädchen in Bordellen steigt an

Die Verantwortlichen einer Kinderführsorge Organisation wollen der sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen in Kenia ein Ende setzten. Besonders in den Bezirken Migori, Homa Bay und Kisii steigen die Zahlen von Kinderprostitution, Schändung, Kinderhochzeiten und sexuellem Missbrauchs massiv an. Nachforschungen haben ergeben, dass einige sehr gut miteinander vernetzte Einzelpersonen die Mädchen in Wohnhäuser locken, die zuvor in Bordelle umgebaut worden waren. Dort zahlen erwachsene Männer für den Sex mit den Minderjährigen, die in den Zimmern eingeschlossen sind. Gerade in den Grenzregionen zum Nachbarland Tansania sind die Zustände besonders dramatisch. Wenn die Polizei bei ihren Razzien Verdächtige gefangen nimmt, werden diese bereits nach kurzer Zeit wegen unklarer Sachlage wieder freigelassen. Aufgrund dessen beschuldigen die Kinderrechtsaktivisten die Polizei der Komplizenschaft, da sie somit zu einer Verschärfung der Verhältnisse beitragen. Letzten Monat wurde eine Frau in Awendo verhaftet, die in ihrem Haus ein Bordell mit minderjährigen Mädchen führte. Eine seit acht Tagen vermisste Schülerin wurde in dem Bordell gefunden. Die bei der Durchsuchung des Hauses beteiligten Polizisten fanden sie in einem abgeschlossenen Raum. Der Mann, der mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt haben soll, konnte entkommen. Die Hausbesitzerin wurde später aufgrund von unklarer Beweislage freigelassen.

Die hohe HIV/Aids Sterberate hat dazu geführt, dass viele Kinder allein aufwachsen müssen und somit sehr leicht zu manipulieren sind. Bei der sexuellen Ausbeutung der Kinder rangiert die Kinderprostitution noch immer auf dem ersten Platz in dieser Gegend. Laut Polizeiangaben werden monatlich 15 bis 20 Fälle sexuellen Missbrauchs in Migori und Nyatike aufgedeckt. Nur die wenigsten der Fälle werden überhaupt gemeldet oder aufgezeichnet, geschweige denn, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Anfang des Jahres schockierte die Nachricht, ein Lehrer habe sechs Grundschülerinnen sexuell missbraucht. Viele Männer denken,  Kinder seien nicht mit HIV infiziert sodass diese dann gezielt Opfer von Vergewaltigungen werden. HIV-infizierte Männer wiederum glauben, der Sex mit den minderjährigen Mädchen würde sie von diesem „Fluch“ befreien. Hier fehlt es deutlich an Aufklärungsarbeit. Einige der jungen Mädchen aus den Waisenhäusern hoffen  durch die Beziehung zu einem älteren Mann der Armut entfliehen zu können. Häufig suchen die Mädchen in großen Gruppen nach Männern, um ihnen sexuelle Dienste anzubieten. Dahinter steht oft der Zwang der Eltern, dass die Mädchen Geld nach Hause bringen.

Link zum Artikel (englisch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.