Film über den „Missionar mit Muskeln“ sorgt für Kontroversen

Bild: © n.v. -

Die Handlung von Gerard Butlers neuem Film „Machine Gun Preacher“ sorgt für Kontroversen. Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Sam Childers, einem ehemaligen Drogendealer, welcher sich nach seinem Bekenntnis zum Christentum dem Bau eines Waisenhauses im südlichen Sudan angenommen hat. Strittig wird Childers’ Geschichte dadurch, dass er für sich in Anspruch nimmt, aktiv im Kampf gegen die Lord’s Resistance Army (LRA) teilgenommen zu haben.

Ungeachtet der schillernden Persönlichkeit Childers – er selbst inszeniert sich als „Missionar mit Muskeln“ – nimmt sich der Film einer durchaus ernsten Thematik an. Im 22 Jahre langen Konflikt, der zwischen den beiden Fraktionen SPLA (Sudanesische Volksbefreiungsarmee) und der LRA mit äußerster Brutalität geführt wurde, waren oftmals die Kinder die Leidtragenden. Als Kindersoldaten standen sie auf beiden Seiten der Schlachtfelder.

Childers gelangte durch sein kirchliches Engagement in die Krisenregion im östlichen Teil Afrikas. Als Inhaber einer florierenden Baufirma war er im Sudan für den Wiederaufbau von Dörfern zuständig, welche durch den Bürgerkrieg zerstört wurden. Durch etwas, was er selbst als göttliche Eingebung beschreibt, entschloss sich Childers für den Bau eines Waisenhauses für ehemalige Kindersoldaten der LRA. Das Projekt wurde, mit über 1000 Kindern, denen das Waisenhaus 13 Jahre lang ein Zuhause bot, ein Erfolg.

Zu dieser Zeit – so berichtete der ungewöhnliche Missionar in früheren Interviews – habe er auch aktiv am Kampf gegen die LRA teilgenommen. Ein Offizier der SPLA, Obuto Mamur Mete, bestreitet diese Version der Geschichte. Nach seiner Darstellung habe sich das Engagament Childers’ nur auf die Bauprojekte beschränkt.

Der Fall Childers’ birgt auch deswegen Brisanz, weil mit Greg Mortenson – einem Vertrauten von Barack Obama – ein weiterer amerikanischer Philanthrop kürzlich der Lüge überführt wurde. Mortenson soll sein humanitäres Engagement in Asien vor allem deswegen betrieben haben, um möglichst viel Geld durch die Vermarktung eines Buches über die Zeit zu erwirtschaften. Eine Meldung, wonach der Amerikaner von Taliban entführt wurde, stellte sich im Nachhinein als falsch heraus.

Meinung: Sollten sich die Meldungen, dass Childers’ aktiv am Kampfgeschehen teilgenommen habe, tatsächlich als falsch erweisen, würde dies sein Engagement aufwerten, ohne dass er es beabsichtigt hätte. Mit Sicherheit ist der Krisenregion ein philanthropischer Bauherr von größerem Nutzen als ein weiterer Kombattant. Für die Glaubwürdigkeit des Films wird maßgeblich sein, inwiefern der Spagat zwischen der schillernden Persönlichkeit Childers’ und dem ernsten historischen Kontext gelingt.

In Deutschland ist „Machine Gun Preacher“ ab September zu sehen.

 

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Über Mathias / EarthLink

Praktikant bei EarthLink / Student der Politikwissenschaft mit Nebenfach Geschichte an der LMU München. Aufgabenbereiche: Projektmitarbeit "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz"
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