Argentinien: Härtere Strafen für Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen?

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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Die argentinische Abgeordnetenkammer prüft derzeit zwei Gesetzentwürfe, die härtere Strafen für diejenigen vorsehen, die direkt oder indirekt ausbeuterische Kinderarbeit unterstützen bzw. Kinder und Jugendliche beschäftigen. Dabei sehen die Gesetzentwürfe auch Gefängnisstrafen für die Verantwortlichen vor.

Argentinische Behörden und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit dem Thema Kinderarbeit befassen, gehen davon aus, dass in Argentinien ca. 456.000 Minderjährige einer Arbeit nachgehen. Andere Quellen schätzen sogar, dass bis zu einer Million Kinder und Jugendliche beschäftigt sind.

Die Kinder arbeiten sowohl in den Städten, wie beispielsweise in den Textilfabriken in Buenos Aires, sowie auch auf dem Land wo sie vor allem Mate, Tabak, Baumwolle oder Gemüse ernten. Es gibt keine Provinz, in der es keine ausbeuterische Kinderarbeit gibt. Die Verantwortlichen bleiben dabei jedoch meist unbestraft.

Deshalb versucht die Abgeordnetenkammer nun härtere Strafen für diejenigen, die Minderjährige unter 16 Jahren beschäftigen, ins Strafgesetzbuch aufzunehmen. Diese sollen dann unter „Straftaten gegen die Freiheit“ zusammengefasst werden. Die Gesetzentwürfe sehen für die gesetzeswidrige Beschäftigung von unter 16-Jährigen Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren vor. Die Beschäftigung von unter 13-Jährigen soll sogar mit zu sechs Jahren Haft bestraft werden. Bisher wurden diese Straftaten nur mit Geldbußen geahndet, was die Verantwortlichen kaum in ihrem Verhalten beeinflusst hat. Dies soll sich mit den neuen Gesetzen ändern, um so ausbeuterische Kinderarbeit in Argentinien zu bekämpfen.

Die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen in Familienunternehmen soll jedoch weiterhin straffrei bleiben, da es sich laut den Initiatoren des Gesetzentwurfes hierbei nicht um ausbeuterische Kinderarbeit handelt.

Link zum Artikel (Spanisch): 

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