Nike, GAP & Co.: Boykott von Baumwolle aus Usbekistan

Bild: © n.v. -

Nike, GAP, Macy´s und Nautica haben zusammen mit zahlreichen weiteren Firmen einen Aktionsplan des „Responsible Sourcing Networks“ unterzeichnet: damit verpflichten sie sich, den Einkauf und die Verarbeitung von Baumwolle aus Usbekistan für ihre Produkte zu boykottieren. Beendet werden soll der Boykott, sobald die ILO bekannt gibt, dass Kinderarbeit in diesem Land kein Problem mehr darstellt. Die Organisatoren des Aufrufs gehen von bis zu 70 Firmen mit bis zu 100 Marken aus, die sich dem Boykott anschließen werden.

Usbekistan ist eines der größten Exportländer für Baumwolle.  Zwei Millionen Kinder müssen jedes Jahr bei der Baumwoll-Ernte mitarbeiten. Dafür werden die Kinder aus den Schulen direkt zu den Plantagen gebracht, wo sie dann zwei Monate lang bei der Ernte helfen müssen. Die Kinder, die teilweise gerade einmal sieben Jahre alt sind, müssen mit körperlicher Gewalt rechnen, wenn sie das tägliche Ernteminimum von 50 Pfund Roh-Baumwolle nicht erreichen. Der Ausschluß aus der Schule ist ebenfalls eine gängige Drohung, mit der die Kinder gefügig gemacht werden. Auf den Plantagen kommen die Kinder mit giftigen Chemikalien und Pestiziden in Kontakt und werden damit einer Gefährdung ihrer Gesundheit ausgesetzt. Die Regierung in Taschkent hat diese Praxis zur Staatspolitik erklärt und ist nicht gewillt, daran etwas zu ändern.

Das Aktionsbündnis plant daher, ihren Appell an die Tochter des Präsidenten Usbekistans zu richten: dabei handelt es sich nämlich um die Modedesignerin Gulnara Karimova, die ihre Kollektion auf der New York Fashion Week im letzten Jahr präsentiert hat und vermutlich auch dieses Jahr im September vertreten sein wird. Sie soll zusammen mit dem Boykott den Vater beeinflussen. Betroffen ist hiervon allerdings nur die Baumwoll-Branche, alle anderen Produkte, die in Usbekistan mit Kinderarbeit hergestellt werden, sind nicht Teil des Boykotts.1)

  1. Retailers such as Nike and Macy’s boycott cotton from Uzbekistan to protest child labor – Daily News []

Über bernadette / EarthLink

Nach meinem Studium an der Universität Regensburg (Bachelor in Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Öffentliches Recht und VWL) habe ich Land und Leute in Australien kennen gelernt und bin jetzt für ein zweimonatiges Praktikum bei EarthLink gelandet. Hier schreibe ich hauptsächlich Einträge für den Blog der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" und beteilige mich am Projekt "Drogen Macht Welt Schmerz".
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