Indien: Trotz Verbot noch immer Kinderarbeit in Zirkussen

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Obwohl der Oberste Gerichtshof Indiens Mitte April 2011 die Verabschiedung neuer Gesetze gegen Kinderarbeit und Kinderhandel in Zirkussen gefordert hat, sind neue Fälle von Kinderarbeit in einem Zirkus bekannt geworden. Die heute 20jährige Deepa wurde zusammen mit ihrer Schwester aus einem Zirkus gerettet, nachdem sie einen Hilferuf an ihren Vater absetzen konnte. Gegen den Willen der Eltern waren die damals 13 und 14 Jahre alten Mädchen mit den Kinderhändlern mitgegangen. Diese hatten ihnen ihre angeblich hoffnungslose Situation in Nepal sowie die vielen Möglichkeiten in Indien geschildert und sie anschließend an einen Zirkus verkauft. Erst nach fünf Jahren gelang es den Mädchen, einen Brief an den Vater zu schicken. Der „Esther Benjamins Trust“, der sich für die verschleppten Kinder Nepals einsetzt, wurde vom Vater informiert und konnte die beiden Zirkuskinder retten. Weitere acht Mädchen konnten von der Organisation aus einem Zirkus in Indien gerettet werden. Die örtlichen Behörden hatten in diesem Fall mit dem Zirkusbesitzer zusammen gearbeitet, obwohl sie nach der neuen Gesetzeslage die Kinder hätten retten müssen.

Die Organisation konnte seit dem Jahr 2002 bereits über 300 Kinder aus indischen Zirkussen retten. Der Tag der Kinder beginnt dort bei Sonnenaufgang und endet um Mitternacht. Stundenlanges Training und mindestens zwei Shows täglich sind der Alltag der Kinder im Zirkus. Neben diesen Qualen gibt es noch viele andere: kein Kontakt zu den Eltern, Schläge bei kleinsten Vergehen, (sexuelle) Misshandlungen und keine oder nur sehr geringe Bezahlung für ihre Leistung. Die Kinder werden von Menschenhändlern mit den Aussichten auf Arbeit und Geld in die Zirkusse gelockt, teilweise werden sie auch von ihren Verwandten direkt an den Zirkus verkauft. Die Menschenhändler sind vor allem an der Grenze zu Nepal aktiv, aber auch innerhalb Indiens werden die Kinder verkauft. Nach Möglichkeit werden die Kinder zurück zu ihren Eltern gebracht. Ist dies nicht möglich, bleiben sie in einer Einrichtung der Organisation. Die indische Regierung versucht, mit einer neuen Gesetzgebung das Ausmaß des Kinderhandels zu reduzieren und alle Kinder zu retten, die noch in den Zirkussen festgehalten werden.

 

(( Link zum Thema (englisch) nicht verfügbar 19.06.15 ))

Link zum Esther Benjamins Trust (englisch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.