ILO: 68 Millionen Kinder müssen in der Landwirtschaft arbeiten

Kenia

Bild: © n.v. -

Auf einer Konferenz der Unterzeichner der „Rotterdam Convention“, die Ende Juni in Genf stattfand, hat die ILO in einem Vortrag neue Zahlen zu Kinderarbeit in gefährlichen Arbeitsbereichen vorgestellt. Von den 215 Millionen Kindern, die weltweit arbeiten, müssen 115 Millionen gefährliche Arbeiten erledigen. 68 Millionen, also 59 Prozent, dieser Kinder arbeiten dabei im Bereich der Landwirtschaft. Dort kommen sie mit gefährlichen Pestiziden und anderen Düngemitteln in Kontakt, die sie auf den Feldern verteilen müssen. Viele der Kinderarbeiter sind nie oder nur selten zur Schule gegangen und können daher die Warnhinweise auf den Verpackungen und Schildern nicht lesen. Somit sind die Kinder sich der Gefahr, der sie ausgesetzt sind, nicht bewusst. Die hohe Belastung mit Pestiziden führt zu einem hohen Gesundheitsrisiko: Je jünger die Kinder sind,  desto höhere Mengen an Giftstoffen werden von ihrem Körper aufgenommen. Diese können viel schlechter verarbeitet und vom Körper abgestoßen werden als bei einem Erwachsenen. Die Belastung mit Giftstoffen kann damit die physische und neurologische Entwicklung der Kinder beeinträchtigen.

Die „Rotterdam Convention“ wurde 1998 niedergeschrieben und trat 2004 in Kraft. Der Schutz der Gesundheit und der Umwelt sowie der Umgang mit den Risiken, die Pestizide und chemische Giftstoffe hervorrufen, stehen dabei im Mittelpunkt. 143 Unterzeichner hat die Vereinbarung bereits, in der zum einen alle Informationen zu Handel und Verbreitung von Pestiziden und gefährlichen Chemikalien zusammengetragen werden. Zum anderen soll den einzelnen Betrieben mit dieser Aufstellung ermöglicht werden, die Gefahren für ihre Mitarbeiter besser abzuschätzen. Die ILO forderte im Rahmen des Treffens ein Mindestalter von 18 Jahren für alle Arbeiter von landwirtschaftlichen Betrieben, um so die Gesundheitsgefährdung von Kindern einzudämmen.

 

Link zum Thema (englisch)

Über bernadette / EarthLink

Nach meinem Studium an der Universität Regensburg (Bachelor in Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Öffentliches Recht und VWL) habe ich Land und Leute in Australien kennen gelernt und bin jetzt für ein zweimonatiges Praktikum bei EarthLink gelandet. Hier schreibe ich hauptsächlich Einträge für den Blog der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" und beteilige mich am Projekt "Drogen Macht Welt Schmerz".
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