Großbritannien: 20 Jahre Haft für Kinderhändler, der Mädchen durch Juju Rituale gefügig machte

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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In London wurde Anthony Harrison, 32, nach einem bahnbrechenden Gerichtsverfahren wegen der Verschwörung zu Menschenhandel, dem Brechen des Einwanderungsgesetzes und Freiheitsentzug verurteilt. Harrison, der unter dem Namen Charles Pepple als Hausmeister des Newham Gemeinderates arbeitete, war der Kopf einer nigerianischen Menschenhändlerbande, die Kinder in Juju Rituale und Prostitution gezwungen hat. Harrisons Asylantrag wurden nach seiner Ankunft in Großbritannien 2003 abgelehnt, aber es wurde ihm eine uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis erteilt. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass Harrison einer der führenden Köpfe eines durchdachten Verbrechernetzwerks für westafrikanische Menschenhändler war. Zwei Mädchen hatten gegen ihn ausgesagt, obwohl sich Opfer von Juju Ritualen normalerweise weigern Aussagen zu machen, da sie fürchten dann durch einen Fluch getötet zu werden. Die Mädchen waren illegal nach Großbritannien gebracht worden, und sollten nach Griechenland oder Spanien weiter reisen, um dort als Prostituierte zu arbeiten. Der Staatsanwalt Riel Karmy-Jones sagt aus, dass die Mädchen 14 und 16 Jahre alt waren, als sie 2009 nach England gebracht wurden. Beide stammen aus der Edo Region in Nigeria, in der sich der Glaube des Juju mit dort existierenden Religionen, wie etwa dem Christentum, vermischt. Die Mädchen kommen aus kleinen Dörfern der ländlichen Region, haben keine richtige Schulbildung und waren daher besonders gefährdet.

Die Juju Rituale, die die Mädchen beschreiben, dienten dazu die Mädchen an einen Medizinmann zu binden und so zu verhindern, dass sie die Wahrheit erzählen. Die beiden Mädchen berichten, dass sie nackt ausgezogen wurden, am ganzen Körper mit Rasierklingen geschnitten und dann für mehrere Stunden in einen Sarg eingesperrt wurden. Außerdem wurden sie gezwungen rohe Hühnerherzen zu essen.

Der Richter Phillip Shorrock betont bei der Urteilsverkündung, dass der Handel junger Mädchen zur Prostitution ein abscheuliches Geschäft sei, welches allerdings noch grauenvoller gemacht wird durch die Unterwerfung unschuldiger und gläubiger Mädchen in Juju Ritualen, die sie in Gehorsam und Schweigen zwingen.

Link zum Artikel (englisch)

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