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Brasilien: Ende des Sextourismus in Sicht?

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Die brasilianische Ministerin für Menschenrechte, Maria Nunes, hat angekündigt, hart gegen den Sextourismus im Land durchgreifen zu wollen. Im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 sollen neue Richtlinien und Gesetze zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung verabschiedet werden. Vor allem in den Austragungsorten der Spiele und in weiteren Großstädten sollen Teams baldmöglichst erste Maßnahmen gegen Kinderprostitution einleiten, bevor die Touristen in Scharen für die Großereignisse ins Land kommen. Die Ministerin erklärte zudem, dass die Polizei bereits über 1.800 Orte ausfindig machen konnte, an denen Kinder in die Prostitution gezwungen worden sind.

Brasilien ist neben Thailand das Land mit den schlimmsten Auswüchsen von Kinderprostitution: die Kinder werden teilweise verschleppt und in den kommerziellen Sextourismus, teilweise aber auch von den eigenen Eltern in die Prostitution gezwungen. Laut Schätzungen von UNICEF sind über 250.000 Kinder in der brasilianischen Sex-Industrie tätig. Für gerade einmal 5 US-Dollar die Stunde bieten sich die Kinder vor allem in den Städten an der Ostküste des Landes den Touristen an. Die jüngsten von ihnen sind etwa sieben Jahre alt.

Seit einiger Zeit versucht die brasilianische Regierung bereits, die Prostitution von Kindern einzudämmen. Mit zahlreichen Razzien in Bordellen und Hotels sowie Festnahmen von Sextouristen versucht sie, das Problem in den Griff zu bekommen. Die große „Nachfrage“ durch die Touristen führt allerdings noch immer nicht zu einer Verbesserung der Situation. Die neuen Maßnahmen stellen nun eine weiteren Schritt dar, auf dem Weg zur Eindämmung des Sextourismus. Wann genau die geplanten Aktionen gestartet werden sollen, ist allerdings noch unklar.

 

Link zum Artikel „Brazil targets child prostitution“ (englisch)

Link zum Artikel „Brazil´s sex tourism boom“ (englisch)

 

 

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