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Ägypten: Zahl der Kinderarbeiter liegt bei mindestens 500.000

 |  Bild: © n.v.

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Die Zahl der Kinder, die in Ägypten gefährliche Arbeiten verrichten müssen, ist nach wie vor sehr hoch. Offizielle Zählungen im Land gehen von etwa 500.000 Kinderarbeiter aus, die von UNICEF und anderen Organisationen geschätzten Zahlen sind aber bis zu fünfmal so hoch. Dem aktuellen ILO-Bericht „Children in hazardous work: what we know, what we need to do“ zufolge stieg die Zahl der Kinderarbeiter, die über 14 Jahre alt sind, in Ägypten weiter an. Die Zahl der Kinder im Alter von fünf bis 14, die in gefährlichen Bereichen arbeiten müssen, ist hingegen geringfügig rückläufig.

Mit einem Anteil von 56 Prozent arbeitet der Großteil der ägyptischen Kinder in der Landwirtschaft und in der Fischindustrie. 25 Prozent der Kinder sind in der verarbeitenden Industrie und am Bau beschäftigt. Gefährliche Arbeiten müssen die Kinder beispielsweise auf einer Baumwoll-Plantage verrichten: sie müssen mit giftigen Pestiziden und Chemikalien hantieren und sind zustätzlich langen Arbeitszeiten und den hohen Temperaturen ausgesetzt. Laut dem ILO-Bericht erleidet in jeder Minute eines jeden Tages ein Kind einen Arbeitsunfall, erkrankt oder erleidet ein psychisches Trauma.

Allerdings versucht das Land, die Problematik in den Griff zu bekommen und Kinderarbeit, vor allem in gefährlichen Branchen, abzuschaffen. Ägypten hat zum einen die ILO-Konvention No. 138 unterzeichnet und damit ein Mindestarbeitsalter von 14 Jahren festegelegt. Zum anderen wurde ein Gesetz verabschiedet, das es zwar erlaubt, Kinder ab 14 Jahren einzustellen, allerdings nur in für sie ungefährlichen Arbeitsbereichen. Außerdem ist Ägypten Unterzeichner der ILO-Konvention No. 182: damit verpflichtet sich das Land, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit abzuschaffen. Das Problem liegt in der Umsetzung der Gesetze: zum einen fehlt es an Personal beispielsweise zur Durchführung der Kontrollen; zum anderen ist der Gedanke, dass Kinder bestimmte Rechte haben und diese geschützt werden müssen, den Ägyptern fremd. Die hohe Armut und die geringe Bildung der Eltern führt zu einer Verschärfung der Problematik. 38 Prozent der Kinderarbeiter stammen aus den ärmsten Familien Ägyptens, die sehr häufig auf das Einkommen der Kinder angewiesen sind.

 

Link zum Thema (englisch)

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