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Türkei: längere Schulpflicht soll Kinderarbeit eindämmen

 |  Bild: © n.v.

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In der Türkei arbeiten zurzeit schätzungsweise eine Million Kinder und das, obwohl sich das Land schon seit Jahren gegen Kinderarbeit engagiert: 1992 wurde in der Türkei beispielsweise das ILO-Programm zur Bekämpfung von Kinderarbeit initiiert und 1999 unterschrieb das Land den UN-Plan zur Bekämpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

Dank der Einführung einer 8-jähriger Schulpflicht, Sensibilisierung von Familien und Informationskampagnen wurde die Zahl der im Land arbeitenden Kindern in den vergangenen Jahren deutlich vermindert: während 1992 circa 1,7 Mio. Kinder beruflich tätig waren, gab es 2011 nur noch 960 000 junge Arbeitnehmer. Ungefähr 630 000 der zurzeit angestellten Kinder arbeiten unter gefährlichen Bedingungen. Fast alle beruflich tätigen Kinder sind nicht versichert, die Mehrheit wird des Rechts auf Bildung beraubt. Häufig werden Kinder als billige Arbeitskraft eingesetzt, die oft ausgenutzt wird und unter gesundheitsschädlichen Bedingungen tätig ist.

Während der Podiumsdiskussion in Adana (Südtürkei), welche letzte Woche anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit stattfand und von der lokalen Regierung, lokalem Sozialamt und UNICEF veranstaltet wurde, schlug Ferdi Tanir, Experte zum Thema Kinderarbeit und Professor an der Çukurova Universität, die Verlängerung der Schulpflicht von 8 auf 12 Jahre vor. „Dies würde die Zahl der arbeitenden Kinder automatisch reduzieren, weil die Kinder in der Schule bis zum 18.Lebensjahr bleiben werden“, sagte er. „Wenn wir es zulassen, dass Kinder Tätigkeiten ausüben, die selbst für Erwachsene risikoreich sind, setzten wir unsere Zukunft auf Spiel“, fügte er hinzu. Ob der Vorschlag auf fruchtbaren Boden fällt und ob die Erweiterung der Schulpflicht wesentliche Veränderungen mit sich bringen würde, bleibt noch unklar.

 

Link zum Artikel (englisch)

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