Neue Konvention zum Schutz von Haushaltsangestellten

 |  Bild: © n.v.

| Bild: © n.v.

Auf der 100. Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), welche in Genf vom 1. bis zum 17. Juni stattfindet, wird eine Debatte über die Konvention zum Schutz von Haushaltsangestellten geführt. Ziel der Konvention ist es, die ersten globalen Standards bzgl. der geschätzten 50 bis 100 Mio. in Haushalten eingestellten Menschen festzulegen. Laut dem diskutierten Vorschlag sollten im Haushalt angestellte Personen „nicht weniger günstig“ als andere Arbeitnehmer bzgl. ihrer Arbeitszeit, Kompensation von Überstunden und ihnen zustehender arbeitsfreien Zeit behandelt werden. Da die nationale Gesetzgebung sich selten um in dieser Branche tätige Personen kümmert, werden sie oft als „unsichtbare Arbeitnehmer“ bezeichnet. Dieser Interessenmangel seitens des Staates führt dazu, dass die Rechte von solchen Angestellten oft missachtet werden. Das letzte kommt vor allem bei Frauen und Mädchen vor, welche die Mehrheit der in den Haushalten angestellten Personen bilden und üblicherweise als Köchinnen, Putzfrauen oder Kinderbetreuerinnen tätig sind. Männer werden normalerweise als Gärtner, Chauffeurs oder für Sicherheitsdienste angestellt.

Ebenso bilden Kinder einen erheblichen Teil von Haushaltsangestellten. Laut Schätzungen der ILO stellen Kinder ein Drittel der „unsichtbaren Arbeitnehmer“ dar. Jo Becker, ein Mitarbeiter von Human Rights Watch sagte, dass, nach der Verabschiedung der Konvention, die Regierungen dazu verpflichtet werden, solche Kinder mit der nationalen Gesetzgebung zu schützen und aktiver gegen ihren Missbrauch zu agieren. Weiterhin werden die Staaten dazu verpflichtet, eine minimale Altersgrenze für die Haushaltsangestellten festzulegen. Sie sollten auch sicherstellen, dass die Arbeit kein Hindernis für die Ausbildung der Kinder darstellt. „Wenn die Konvention verabschiedet wird, werden die Regierungen nicht ein Auge im Fall der in Haushalten arbeitenden Kinder zudrücken können“ – sagt Becker. „Die Konvention wird ihre Arbeitsbedingungen verbessern und wird ihnen eine Chance auf Bildung und Ausgang aus der Armut anbieten“, fügt er hinzu.

Die Abstimmung über die Konvention wird am 16.06 stattfinden.

 

Link zum Artikel (englisch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.