Myanmar: Zahl der Kindersoldaten nimmt weiter zu

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Nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen und der ILO nimmt die Zahl der Kindersoldaten in Myanmar weiter zu: Seit Anfang 2010 gingen bei der ILO in Burma 506 Beschwerden über Fälle ein, in denen Kinder zu Arbeit gezwungen und/oder als Kindersoldaten angeheuert wurden; das sind mehr als doppelt so viele Fälle als in den vergangenen drei Jahren gemeldet worden sind. Ein Grund für diesen Anstieg ist die verbesserte Informationslage in der Gesellschaft, da die Aufklärungsbroschüren der ILO in mehrere Landesdialekte übersetzt und somit einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht wurden. Der Hauptgrund wird allerdings in der ständigen Vergrößerung der Armee gesehen: noch 2002 schätzte die Organisation „Human Rights Watch“ die Zahl der Kindersoldaten auf etwa 70.000 und damit auf etwa ein Viertel der Armee. Heute soll die Zahl der Soldaten auf Wunsch der Regierung auf bis zu 500.000 angehoben worden sein, um die Interessen des Landes zu verteidigen  – der Anteil der minderjährigen Soldaten ist im Zuge dieser Vergrößerung ebenfalls angestiegen. Die Kinder werden entweder entführt und zum Einsatz im Kampfgebiet gezwungen oder aber beispielsweise von Verwandten oder Soldaten überredet der Armee beizutreten, um eine Auszeichnung zu erhalten oder zum Unterhalt der Familie beitragen zu können. Die Kindersoldaten werden nicht nur zum Kämpfen eingesetzt, sondern auch als Träger schwerer Lasten oder als menschliche Minenräumer missbraucht. Um ihnen den Anschein von legalen, volljährigen Soldaten zu geben werden an die Kindersoldaten gefälschte Ausweise verteilt.

Die ILO, die dieses Jahr ihren Arbeitsauftrag in Myanmar um weitere 12 Monate verlängert hat, hat seit Beginn ihrer Arbeit im Februar 2007 bereits 174 Kinder und Jugendliche gerettet: sie alle waren als Minderjährige von der Armee rekrutiert worden und wurden von den Mitarbeitern der ILO zu ihren Familien zurück gebracht; 20 Offiziere und 110 weitere Armeeangehörige wurden zur Rechenschaft gezogen. Dennoch wird die Zahl der Kindersoldaten weiterhin auf mehrere Zehntausend geschätzt. Myanmar bleibt damit weiterhin eines der Länder, in denen Kinder und Jugendliche systematisch für die Armee rekrutiert werden.

 

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